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Phenomedia AG stellt Insolvenzantrag

14.05.2002 | 18:47 Uhr |

Den Moorhuhnmachern ist das Geld ausgegangen. Nach den Querelen um eventuell falsche Bilanzen hat die Phenomedia AG am 14.05.2002 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Bochum beantragt.

Die einst gefeierte Moorhuhn-Schmiede Phenomedia AG kommt nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen. Soeben wurde eine Ad-Hoc-Mitteilung bezüglich des Insolvenzantrages der Bochumer Firma veröffentlicht, die wir nachfolgend im Wortlaut wiedergeben.

AD HOC-MITTEILUNG GEMÄß § 15 WPHG

Nachdem der Aufsichtsrat der Phenomedia AG am 15.04.2002 die Bestellung der Herren Markus Scheer und Björn Denhard zu Mitgliedern des Vorstandes mit sofortiger Wirkung widerrufen hatte, haben die verbleibenden Vorstandsmitglieder Jürgen Goeldner und Holger Müller unverzüglich alle erforderlichen Schritte eingeleitet, um den Sachverhalt aufzuklären.

Am 22. April begann die Sonderprüfung durch die vom Aufsichtsrat und vom Vorstand bestellte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein. Diese Sonderprüfung dauert noch an. Um die laufende Prüfung und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu beeinflussen, hat die Gesellschaft in der Zwischenzeit bewußt davon abgesehen, noch nicht gesicherte Erkenntnisse aus der Sonderprüfung zu veröffentlichen. Die Gesellschaft geht jedoch nach wie vor davon aus, daß an der Mitteilung vom 22.04.2002 festgehalten werden kann.

Jedoch konnte die zur Fortführung des Unternehmens erforderliche Liquidität nicht nachhaltig sichergestellt werden. Es wurden zwar aussichtsreiche Gespräche mit potentiellen Investoren geführt, aber nicht innerhalb der zwingenden gesetzlichen Fristen zum Abschluß gebracht.

Der Vorstand hat daher heute, am 14. Mai 2002, bei dem Amtsgericht Bochum die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft beantragt.

Phenomedia: Vermutlich falscher Bilanz-Entwurf (PC-WELT Online, 16.04.2002)

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