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Per Gehirnkontrolle: Pong ohne Joystick

30.08.2004 | 14:45 Uhr |

Über magnetische Resonanzfelder ist es Wissenschaftlern der Universität von Maastricht gelungen, dass zwei Spieler gegeneinander beim Spieleklassiker "Pong" antreten können und die Schläger dabei nur mit dem Gehirn steuern. Die Technik soll irgendwann in der Zukunft behinderten Menschen erlauben, beispielsweise einen Rollstuhl per Gedankenkontrolle zu steuern.

Neurowissenschaftler der Universität von Maastricht haben laut einem Bericht von Nature eine spezielle Version des Spieleklassikers "Pong" entwickelt, in der zwei Spieler allein durch das Gehirn die Kontrolle der Strich-Schläger übernehmen können und damit den Pixel-Ball durch das Feld jagen.

Die Wissenschaftler haben dazu die Spieler in ein magnetisches Resonanzfeld gelegt, die normalerweise für medizinische Zwecke genutzt werden. Nach einiger Zeit, so der Bericht, hatten die Spieler gelernt, den Schläger mittels der Konzentration auf spezifische Gedanken zu steuern. Eine ausgeklügelte Analyse-Software versetzt die Spieler dabei in die Lage, in Echtzeit gegeneinander anzutreten.

"Es ist aufregend, dass wir zum ersten Mal zwei Subjekte haben, deren Gehirne auf diese Art und Weise miteinander agieren", so Rainer Goebel, Neurowissenschaftler an der Universität Maastricht. Bisher war es Wissenschaftler nur gelungen, dass eine Person per Gehirnsteuerung und der daraus resultierenden elektrischen Signale einen Cursor auf einem Computer-Bildschirm bewegen konnten. Bei der neuen, magnetischen Methode werden die Gehirnaktivitäten von zwei Personen analysiert. Zudem soll die Beherrschung der neue Methode auch leichter von den Probanden erlernbar sein.

Die Technik soll irgendwann in der Zukunft dazu verwendet werden, damit behinderte Menschen beispielsweise einen Rollstuhl lenken können.

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