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Pegasus Mail jetzt mit OpenSSL

11.03.2014 | 16:15 Uhr |

Die lange erwartete neue Version 4.70 des kostenlosen Mail-Programms Pegasus Mail ist da. Dank OpenSSL behebt sie Probleme beim verschlüsselten Mail-Abruf und -Versand bei manchen Providern wie T-Online und Strato, deren technische Anforderungen die bisherige Programmversion nicht mehr erfüllt.

Die Software Pegasus Mail des neuseeländischen Entwicklers David Harris ist ein Klassiker unter den Mail-Programmen und bereits über 20 Jahre auf dem Markt. Der auch "PMail" oder "WinPMail" genannte Mail-Client unterstützt neben Windows traditionell auch Netware. David Harris arbeitet seit Jahren an einer Modernisierung der Software, die in der Version 5.0 gipfeln soll. Harris hat sich zu einem Interims-Update auf Version 4.70 entschlossen, weil PMail-Nutzer sehnlich auf bessere SSL-Unterstützung warten.

Diese bietet Pegasus Mail 4.70 durch die Integration der Open-Source-Bibliothek OpenSSL . Dadurch können PMail-Nutzer mit Mail-Konten bei den Telekom-Töchtern T-Online und Strato ihre Mails wieder über eine verschlüsselte Verbindung abrufen und versenden. Bei beiden Anbietern muss der Mail-Client den neueren Standard TLS 1.1 (Transport Layer Security) unterstützen, sonst ist nur unverschlüsselter Mail-Transport möglich. Und der soll zum Ende dieses Monats abgeschaltet werden. Bis Version 4.63 unterstützt Pegasus Mail nur TLS 1.0, was zwar für die meisten Provider, etwa GMX und Web.de, noch ausreicht, nicht jedoch für die Telekom.

David Harris hat nach eigenen Angaben bereits über 100.000 der mehr 400.000 Zeilen Quelltext modernisiert, was dem Textumfang des Tolstoi-Wälzers "Krieg und Frieden" entspreche. Harris bedauert, dass dies kaum jemand dem Programm ansehen werde. So hat er auch den in PMail genutzten TCP/IP-Code komplett neu geschrieben. Ebenfalls neu ist die integrierte Rechtschreibprüfung, für die Harris nun auf das auch in Firefox und OpenOffice verwendete, quelloffene Hunspell setzt. Es unterstützt mehrere Sprachen in einem Text.

Die Erkennung von Hyperlinks in reinen Text-Mails (im Gegensatz zu HTML-formatierten Mails) sollte nun auch besser klappen, sofern sie in spitze Klammern eingefasst sind. Dann sollte PMail die Links auch dann markieren und anklickbar machen, wenn sie sich über mehrere Zeilen erstrecken. Der integrierte HTML-Renderer für HTML-formatierte Mails, den engagierte PMail-Nutzer beisteuern, soll ebenfalls weiter verbessert worden sein.

Pegasus Mail ist in englischer Sprache, doch Dank engagierter Nutzer gibt es seit Jahren auch eine komplett eingedeutschte Version, die zeitgleich mit der englischen Fassung erscheint. Wann die Version 5.0 erscheinen wird, ist noch völlig offen. David Harris beklagt, er könne kaum noch von den (freiwilligen) Zuwendungen seiner treuen Gefolgschaft leben, geschweige denn die nötigen Investitionen in aktuelle Hard- und Software finanzieren.

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