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PayGo bringt Lösung zur Autofahrer-Überwachung

29.04.2013 | 16:54 Uhr |

Der israelische Telematik-Service-Provider PayGo verkauft eine neue Pay-as-you-Drive-Lösung, die der KFZ-Versicherung Daten zum Fahrverhalten des überwachten PKWs übermittelt. Damit werden KFZ-Versicherungstarife möglich, bei denen besonnene und zurückhaltende Fahrer weniger bezahlen als Vertreter der Bleifuß-Fraktion. Wie es dabei um den Datenschutz steht, ist noch unklar.

Noch ist es Zukunftsmusik, doch die neue Technik fürs Auto kommt so sicher wie das Amen in der Kirche: Kleine Überwachungsgeräte im Auto, die die Fahrweise des Fahrers erfassen und an dessen KFZ-Versicherung übermitteln. Die wiederum danach die Höhe des Versicherungsbetrags berechnet. Wer viel mit Bleifuß beziehungsweise risikofreudig fährt, zahlt auch mehr. Eine zurückhaltende Fahrweise wird dagegen belohnt. Das Verfahren hört auf den Namen Usage-Based-Insurance (UBI) beziehungsweise Pay as You Drive (PAYD) - die Ermittlung der Kfz-Versicherungsprämien anhand von Art und Umfang der Fahrzeugnutzung. Eine Art Fahrtenschreiber für Privatpersonen also.
 
Der Mobilfunkbetreiber Telefonica will Autoversicherern so eine Überwachung ab Ende 2013 in Deutschland anbieten. In Spanien hat der Telekommunikationskonzern ein solches Überwachungsprinzip bereits eingeführt.
 
Bei diesem als Pay as You Drive-Verfahren geht es den Versicherern darum, „Risikogruppen“ unter ihren Kunden zu ermitteln, die dann vermutlich langfristig höhere Beiträge zahlen müssen. Wer dagegen immer langsam unterwegs ist, häufige und starke Bremsvorgänge vermeidet oder weniger nachts fährt, käme preiswerter davon. So orakeln zumindest Marktbeobachter.
 
Eine solche Pay as You Drive-Lösung hat israelische Telematik-Service-Provider PayGo mit der Produktfamilie TTM Type B vorgestellt. Darin eingebaut ist ein kompaktes GSM/GPRS-Modul GE865-QUAD von Telit. Es handelt sich hier um ein reines B2B-Geschäft,  PayGo verkauft die Lösung also nur an Versicherungen und nicht an Privatkunden.
 
TTM Type B besitzt eine eigene Energieversorgung, die durch eine integrierte Batterie für mehrere Jahre sichergestellt sein soll. Laut Hersteller ist es damit die einzige heute kommerziell verfügbare PAYD-Lösung ohne externe Stromversorgung. Das darin verbaute 22 x 22 x 3 mm große Telit-Modul GE865-QUAD soll von Mobilfunkbetreibern weltweit zertifiziert sein und damit kann als PayGo-Lösung in beliebigen regionalen Märkten eingesetzt werden.
 
Die Produktfamilie TTM Type B bietet zahlreiche Funktionen, die die spezifischen Anforderungen von Versicherern abdecken sollen. Die Systeme liefern Informationen wie die zurückgelegte Distanz oder Fahrtdauer, -beginn und -ende. Außerdem können mit der Lösung auch Service-Center in Echtzeit über Unfälle und Unfallorte informiert werden. Zudem ist es laut Hersteller Telit möglich, Zusammenfassungen einzelner Fahrten im Hinblick auf Zeit oder Distanz per Textnachricht zu übermitteln.
 
Die PayGo-Geräte haben die Größe eines Mobiltelefons und können ohne zusätzliche Verkabelung an der Frontscheibe des Autos platziert werden – wie ein herkömmliches Gerät zur Mauterfassung. Im Hinblick auf Vorgaben der Versicherungsindustrie werden nach der Inbetriebnahme der Systeme Manipulationen an den Geräten oder ein nachträgliches Entfernen registriert und übermittelt. Die Produkte sind FCC- und CE-zertifiziert, wie Telit betont.

Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Dazu Michael Erlich von PayGo: "Die Daten werden auf drei Ebenen geschützt: physisch, an der Peripherie und auf der Applikationsebene. Die Server befinden sich in Serverfarmen mit einer Rund-um-die-Uhr-Überwachung an 365 Tagen. Die Datenbank-Server werden durch eine Firewall geschützt und ein Zugriff auf sie ist nur über VPN-Verbindungen von vorher festgelegten IP-Adressen aus möglich. Zudem befinden sich die Datenbanken und Applikationen auf unterschiedlichen  Servern. Die Website-Daten werden durch mehrere Sicherheitsmaßnahmen geschützt, unter anderem durch eine Authentisierungssoftware mit Passwort-Verschlüsselung".

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