19.07.2011, 17:36

testroom / pk

Patriot Memory Wildfire

SSD-Festplatte mit 6-GBit/s-SATA

©Patriot

Eine fast schon irrwitzige Geschwindigkeit: Die Wildfire-Serie des Speicherherstellers Patriot Memory bringt mit die ersten SSD-Festplatten mit SATA Revision-3-Schnittstelle.
Möglich macht das der Controller SF2200, der Daten mit rasenden 6 GBit/s zwischen Host und SSD-Festplatte austauschen kann. Die Festplatten der Wildfire-Serie sollen die schnelle Verbindungstechnik auch durchaus auslasten: Der schnelle MLC-Speicher (Multi-Level-Cell-NAND-Flash) in seinen Wildfire-SSD-Festplatten bringt laut Hersteller eine Lese- und Schreibleistung von mehr als 500 Megabyte pro Sekunde bei sequenziellen Zugriffen. Die Performance beim Schreiben von eher am Alltag orientierten 4KB-Blöcken gibt Patriot Memory mit bis zu 85 000 IOPS an. Zum Vergleich: Viele andere SSD-Festplatten schaffen nicht einmal 10 000 IOPS, eine SATA-Festplatte mit rotierenden Magnetscheiben nicht einmal 100 IOPS.
Die wichtigsten weiteren technischen Daten: Die Wildfire-Serie besteht aus SSD-Festplatten mit 120 GByte, 240 GByte oder 480 GByte Kapazität. Alle Laufwerke kommen im schlanken 2,5-Zoll-Format, so dass sich alle Desktop-PCs und die meisten Notebooks leicht aufrüsten lassen. Da die meisten Laufwerks-Einschübe in PC-Gehäusen für 3,5-Zoll-Laufwerke sind, legt Patriot Memory Montageschienen bei, die auch dort den Einbau erlauben. Für Highend-Systeme empfiehlt sich die Wildfire-Familie auch durch Native Command Queuing (mit bis zu 32 Befehlen in der Queue), und auch Endverbraucher profitieren von der Unterstützung der TRIM-Funktionalität (ab Windows 7 und Linux 2.6.33). Die DuraWrite-Technologie des Sandforce-Controllers soll zusammen mit einer ECC-Fehlerkorrektur für besonders lange Lebensdauer sorgen.
Preise: Patriot peilt für seine SSD-Festplatten die gehobene Preisklasse an. Die Wildfire mit 120 GB soll etwa 270 Euro kosten, die 240-GB-Variante soll für rund 460 Euro, die 480-GB-Variante für rund 1200 Euro über die Theke gehen.
 
Hintergrund: SSD-Festplatten (SSD: Solid-State-Drive) sind Festkörperlaufwerke. Statt einer oder mehrerer rotierender Magnetscheiben mit nur wenige Nanometer entfernt schwebenden Schreib-Leseköpfen basieren sie auf nichtflüchtigem Halbleiter-Speicherbausteinen („Flash-Speicher“). Durch den Verzicht auf bewegliche Teile gelten SSD-Laufwerke als erheblich robuster, sind außerdem schneller und geräuschlos. Weitere Vorteil sind ihr geringer Energieverbrauch und die deutlich damit verbundene geringere Abwärme.
SATA (Serial Advanced Technology Attachment oder kurz Serial-ATA) ist die gängige Anschlusstechnik vor allem für Festplatten in Computern. Gängig ist heute noch die SATA-3Gb/s-Schnittstelle, über sich bis zu 3 GBit/s übertragen lassen. Die Revision 3.0 der SATA-Spezifikation mit bis zu 6 GBit/s oder maximal 600 Mbyte/s , die derzeit nur SSD-Festplatten ausnutzen können, wurde erst 2009 veröffentlicht. Daher haben nur aktuelle Computer die neue Schnittstelle; ältere Desktop-PCs lassen sich aber mit einer günstigen PCIe-Steckkarte aufrüsten. Natürlich laufen auch neueste Festplatten auch am alten SATA-PC: Kompatibilitätsprobleme sind nicht zu befürchten, da auch die neueste SATA-Revision mit 6 GBit/s aufwärts- und abwärtskompatibel sowohl zum verbreiteten SATA mit 3 GBit/s als auch zum alten SATA mit 1,5 GBit/s ist.
Diskutieren Sie mit anderen Lesern über dieses Thema:
1056638
Content Management by InterRed