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Google startet Online-Krankenakte

20.05.2008 | 12:54 Uhr |

Der US-Suchmaschinenbetreiber Google hat seinen bereits seit geraumer Zeit angekündigten Gesundheitsinfodienst Google Health nun offiziell vorgestellt.

Auf dem Portal können Nutzer persönliche Profile und eine virtuelle Krankheitsakte anlegen, in der die wichtigsten medizinischen Daten gespeichert werden. Diese können in weiterer Folge an Ärzte weitergegeben werden. Auf diese Weise soll letztendlich die Archivierung wichtiger Daten sichergestellt und das Gesundheitssystem insgesamt unterstützt werden. Neben einer Datenbank verfügt die Plattform auch über eine Suchfunktion, mit deren Hilfe sich Nutzer Informationen zu bestimmten Krankheiten, Ärzten, Medikamenten und anderen gesundheitsrelevanten Themen beschaffen können.

"Wir haben festgestellt, dass sich zunehmend mehr Menschen über unsere Online-Suche zu gesundheitsrelevanten Themen informieren wollen", erklärt Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Google Health biete in dieser Hinsicht wesentliche Vorteile. "Der Dienst erlaubt es den Nutzern, sich viel gezielter zu informieren", erläutert Keuchel. Auch die Möglichkeit der Online-Speicherung der persönlichen Gesundheitsdaten sei in Bezug auf die Verwaltungsmöglichkeit eine grundlegende Verbesserung für die Nutzerseite. "Durch die Vernetzung mit Ärzten und Kliniken ergeben sich aber Vorteile für beide Seiten - Patienten und Mediziner", betont Keuchel. So könne Google Health beispielsweise für Nutzer zum Auffinden des geeigneten medizinischen Spezialisten äußerst hilfreich sein. "Ein wichtiger Pluspunkt ist zudem, dass die in der Datenbank gespeicherten Gesundheitsdaten von jedem Ort der Welt aus über das Internet abgerufen werden können", ergänzt Keuchel.

Verfügbar ist Google Health derzeit allerdings ausschließlich in den USA. Eine Umsetzung für andere Märkte wie Europa sei bislang nach Angaben Googles noch nicht in Sicht. "Google Health wurde sehr speziell für den US-amerikanischen Markt konzipiert, dort liegt auch der Schwerpunkt des Dienstes", stellt Keuchel fest. Eine Adaptierung für den europäischen Markt sei aufgrund der grundlegenden Unterschiede im Gesundheitssystem beider Regionen mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden. "Wir denken aber global. Wenn der Dienst in Europa stark gefragt wird, werden wir auch über eine Umsetzung hierzulande nachdenken", meint Keuchel.

In den USA kooperiert Google mit Krankenhäusern und Apotheken-Ketten wie Walgreen, Longs Drug Stores oder der CVS Caremark Group zusammen. Ein erstes Testprojekt mit einer Klinik in Cleveland, in dessen Rahmen 1.600 Patienten der Funktionalität von Google Health in der Praxis auf den Zahn fühlten, verlief durchwegs positiv. Einzig und allein die Sicherheitsbedenken einiger Nutzer stellten in manchen Fällen ein Problem dar. "Wir wenden extrem hohe Sicherheitsmaßnahmen an, um die sensiblen Gesundheitsdaten der User zu schützen", stellt Keuchel klar. Der Nutzer könne zu jeder Zeit selbst über die Zugangsrechte zu seinen gespeicherten Informationen entscheiden, so Keuchel abschließend.

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