108290

Patentstreit: Keine Vereinbarung zwischen Ubuntu und Microsoft

18.06.2007 | 12:49 Uhr |

Der Streit zwischen Microsoft und der Open-Source-Community um angebliche Patentverletzungen erhitzt von Zeit zu Zeit immer wieder mal die Gemüter. Jetzt dementierte Ubuntu-Unterstützer Mark Shuttleworth Gerüchte über eine Patentvereinbarung zwischen Microsoft und Ubuntu.

"Microsoft, verklag mich zuerst" flehen genervte Linux-Anhänger schon mal , im Gegenzug poltert Steve Ballmer gelegentlich gegen das Betriebssystem mit dem Tux und droht, Linux wegen Patentverletzungen vor den Kadi zu ziehen. Doch ebenso kursieren Gerüchte, nach denen sich Vertreter der Linux-Szene und Microsoft hinter den Kulissen patentrechtlich einigen könnten. Mark Shuttleworth, der Chef der Linux-Schmiede Canonical , die die beliebte Linux-Distribution Ubuntu sponsert, dementierte jetzt das Gerücht, dass sein Unternehmen respektive das Ubtunu-Projekt eine Patentvereinbarung mit Microsoft planen würde.

Mark Shuttleworth schreibt in seinem Weblog , dass "wir es abgelehnt haben, über irgendeine Vereinbarung mit Microsoft zu verhandeln, so lange die Drohung mit nicht näher spezifizierten Patentverletztungen im Raum steht". Shuttleworth bezeichnete jedes diesbezügliche Abkommen als wertlos.

Das Dementi war für Shuttleworths Ansehen in der Linux-Szene durchaus wichtig. Denn der südafrikanische Millionär hatte das Abkommen zwischen Linux-Distributor Novell und Microsoft kritisiert. Da wäre es ihm schlecht zu Gesicht gestanden, wenn er beziehungsweise sein Unternehmen Canonical seinerseits mit Microsoft eine ähnliche Vereinbarung geschlossen hätte. Neben Novell haben auch Linspire und Xandros mit Microsoft patentrechtliche Übereinkommen geschlossen.

Allerdings bezieht sich Shuttleworths ablehnende Haltung nur auf Verhandlungen wegen Patentproblemen. Anders sieht es dagegen aus, wenn es um die Interoperabilität zwischen Linux und Microsoft-Produkten geht. Hier zeigt sich Shuttleworth durchaus interessiert an Gesprächen mit Microsoft, wenn es zum Vorteil von freier Software sein könnte. Der Canonical-Chef hat bei der Zusammenarbeit mit bisherigen Konkurrenten und Gegnern keinerlei Berührungsängste, so hat Canonical auch mit Sun eine Zusammenarbeit beschlossen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
108290