18.03.2012, 13:58

Denise Bergert

Patentrechtsstreit

Apple-Push-Dienste in Deutschland bis auf weiteres gesperrt

©Apple

Apple musste vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe im Patentrechtsstreit mit Konkurrent Motorola eine weitere Schlappe einstecken.
Wie das Oberlandesgericht Karlsruhe Ende der vergangenen Woche in einem aktuellen Urteil entschied, verletzt Apple mit seinen Push-Nachrichten für iCloud und MobileMe auf iOS-Geräten tatsächlich ein Patent von Konkurrent Motorola. Mit dem Richterspruch bestätigt das OLG ein Urteil des Landgericht Mannheim, das Apple Ende Februar eine Patentrechtsverletzung vorwarf.

Die Streitigkeiten drehen sich um so genannte Push-Nachrichten, die iOS-Besitzer über den Eingang neuer Emails informieren. Das zugrunde liegende Motorola-Patent ist bereits etwas in die Jahre gekommen und stammt ursprünglich noch aus der Pager-Zeit, was Apple jedoch nicht davon abgehalten hat, sich bei seinen iOS-Diensten von der Technik inspirieren zu lassen.
Aufgrund des aktuellen Gerichtsurteils, bleiben die iOS-Push-Benachrichtigungen in Deutschland bis auf weiteres abgeschaltet. Nutzer werden durch den Email-Dienst nicht mehr automatisch über neue Nachrichten informiert. Eine Alternative bietet jedoch die Aktivierung des Pull-Verfahrens, mit dem Emails in regelmäßigen Abständen automatisch abgerufen werden können.

Von der Sperre betroffen sind die Apple-Dienste MobileMe und iCloud. Die Abschaltung könnten Branchenkennern zufolge mindestens ein Jahr oder sogar länger dauern. Deutschland ist allerdings die einzige Region, die von der Einschränkung betroffen ist. US-amerikanische iOS-Nutzer können den Dienst auch weiterhin nutzen.
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