24.10.2011, 09:18

Hans-Christian Dirscherl

Patente

Die meisten Android-Unternehmen zahlen an Microsoft

Microsoft kassiert von vielen Android-Unternehmen

Erneut hat ein Hersteller von Android-Geräten ein Lizenzabkommen mit Microsoft geschlossen. Laut Microsoft zahlt damit bereits mehr als die Hälfte aller weltweiten Hersteller von Android- oder Chrome OS-Geräten Lizenzgebühren an den Redmonder Software-Giganten.
Konkret handelt es sich um das Unternehmen Compal Electronics, das jetzt mit Microsoft ein Lizenzabkommen geschlossen hat. Compal Electronics zahlt eine nicht genannte Summe an Microsoft und darf im Gegenzug Microsofts patentrechtlich geschützte Techniken in seinen Smartphones, Tablets und eBook-Readern einsetzen, die mit Android beziehungsweise Chrome OS laufen.
Wie Microsoft-Kennerin Mary Jo-Foley berichtet, habe sie von Microsoft-Mitarbeitern erfahren, dass damit mehr als die Hälfte der Unternehmen, die weltweit Android- oder Chrome OS-Geräte herstellen, Lizenzgebühren an Microsoft zahle.  
Erst kürzlich hatte Microsoft einen großen Erfolg bei seinen Patentverhandlungen mit Android-Unternehmen gemeldet: Samsung wurde Lizenznehmer von Microsoft. Da auch schon HTC an Microsoft Lizenzgebühren bezahlt, kann Microsoft stolz behaupten, dass die beiden namhaftesten Produzenten von Android-Geräten Lizenznehmer von Microsoft sind.
Der Hintergrund für den Patentdeal: Google würde für sein mobiles Betriebssystem Android Technologien verwenden, die sich Microsoft durch Patente hat schützen lassen. Microsoft führt deshalb seit einiger Zeit mit den Herstellern von Android-Geräten Verhandlungen, um diese davon zu überzeugen, dass sich Lizenzgebühren für die Patentnutzung an Redmond zahlen.
 
Mit Barnes & Noble sowie mit Motorola Mobility (das Google übernehmen will, sofern die Kartellbehörden dem zustimmen) konnte sich Microsoft dagegen noch nicht einigen, hier laufen Patent- beziehungsweise Gerichtsverfahren.
Google hat das Problem erkannt und versucht die problematische Situation bei den Patenten durch einen finanziellen Kraftakt zu entschärfen: Google will den Handy-Riesen Motorola vor allem deshalb übernehmen, um in den Besitz von dessen umfangreichen Patent-Portfolio zu gelangen. Damit kann sich Google bei Patentstreitigkeiten besser wehren beziehungsweise seinen Kooperationspartnern helfen. So hat Google kürzlich Patente an HTC abgetreten, um die Position des taiwanischen Smartphone-Herstellers im Patentstreit mit Apple zu stärken.
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