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Paris Hilton-Hacker verurteilt

15.09.2005 | 09:50 Uhr |

Der Hacker, der das Handy-Adressbuch von Hotel-Erbin und Party-Girl Paris Hilton gehackt und dessen Inhalt im Internet veröffentlichte, ist jetzt zu elf Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Im Frühjahr 2005 bekam so mancher Promi aus der amerikanischen High-Society Anrufe von wildfremden Menschen. Denn ein Hacker hatte das Handy-Adressbuch von Hotel-Erbin und Party-Girl Paris Hilton gehackt und dessen Inhalt - unter anderem mit den Telefonnummern von Eminem und Anna Kournikova - im Internet veröffentlicht. Jetzt verurteilte ein US-Gericht den Übeltäter zu elf Monaten Gefängnis.

Bei dem Verurteilten handelt es sich um einen Jugendlichen aus Massachusetts. Mit den elf Monaten Gefängnis ist die Strafe aber nicht vorbei, denn das Gericht verdonnerte den Hacker im Anschluss an die Haft noch zu zwei weiteren Jahren unter strenger Aufsicht in Freiheit.

Der jugendliche Straftäter hatte seit März 2004 eine Serie von Hackerangriffen hingelegt, die Paris Hilton-Attacke war also nicht sein einziges Vergehen. 15 Monate lang versuchte er ständig in fremde Systeme einzudringen und Daten zu entwenden. Und er löste Bombenalarm in mehreren Schulen aus. Insgesamt soll er einen Schaden von rund einer Millionen Dollar angerichtet haben.

Das US-Gericht verhängte übrigens noch eine - für deutsche Maßstäbe eher unübliche, in den USA aber durchaus der Praxis entsprechende - zusätzliche Strafmaßnahme: Es verbot dem Verurteilten, weiterhin Computer zu benutzen! Außerdem darf er in dem oben genannten Zeitraum keine Handys mehr in die Hand nehmen und auch keine anderen Geräte, mit denen man ins Internet gelangen könnte. Das dürfte dem Internet-Vandalen den Spaß an der Freiheit nach Ablauf der Gefängnisstraße deutlich mindern.

Der Hacker hatte bei seinem erfolgreichen Einbruch in das Datennetz von T-Mobile allerdings nicht nur eine Sicherheitslücke auf der Website von T-Mobile ausgenutzt, sondern auch "Social Engineering" eingesetzt. Was nicht mehr und nicht weniger heißt, als dass er T-Mobile-Mitarbeitern wichtige Informationen entlockt hat. Damit hat sich wieder einmal der Mensch als das größte Sicherheits-Risiko entpuppt.

Der jetzt verurteilte Internet-Kriminelle war Mitglied einer lose organisierten Gruppe von acht bis zwölf Hackern, die sich "Defonic Team Screen Name Club" nannten.

Experten: Hilton-Hack durch Lücken bei T-Mobile ermöglicht (PC-WELT Online, 02.03.2005)

Hacker veröffentlichen Adressbuch von Paris Hilton (PC-WELT Online, 21.02.2005)

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