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"Wir sind der virtuelle Copyshop"

24.10.2009 | 14:04 Uhr |

Mit PaperC ist seit kurzem eine neuartige Online-Plattform verfügbar, die die Literatursuche in Fachbüchern revolutionieren soll.

"Wir sind der virtuelle Copyshop. Dadurch, dass wir es ermöglichen, ein gesamtes Buch von A bis Z komplett kostenfrei online lesen und durchsuchen zu können, ersparen wir unseren Nutzern den Gang in die Bibliothek", erklärt Martin Fröhlich, der gemeinsam mit seinem Kollegen Felix Hofmann das Start-up gegründet hat, im Gespräch mit pressetext. Auf die Idee zu PaperC sind die beiden 26-jährigen Berliner eigenen Aussagen zufolge bereits während ihrer Studienzeit gekommen. "Im Studium haben wir uns über die langwierige Literatursuche in der Bibliothek und das Papierchaos aufgrund stapelweiser Kopien geärgert. Fachliteratur kann aber auch viel kundenfreundlicher angeboten werden", ist Fröhlich überzeugt.

Genau da wolle das neue Online-Service, das hauptsächlich für Studenten gedacht sei, aber auch für Praktiker, Coaches, Unternehmensberater und Rechtsanwälte ein sehr interessantes Angebot bieten soll, ansetzen. Geld verdienen seine Gründer erst, wenn die Nutzer einzelne Seiten herunterladen, ausdrucken oder als personalisiertes PDF mit eigenen Notizen und Zitaten innerhalb des Dokumentes abspeichern wollen. Dann fällt eine Gebühr von zehn Cent pro Seite an. Das inhaltliche Angebot von PaperC konzentriert sich zunächst noch hauptsächlich auf die Fachbereiche Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Informatik. In den kommenden Wochen und Monaten soll die Palette an verfügbarer Literatur aber kontinuierlich erweitert werden. "Längerfristiges Ziel ist es, alle Fachbereiche abzudecken und zur weltweit größten Fachbuchplattform zu werden", meint Fröhlich.

Dass das neue Online-Service bei den Nutzern auf breites Interesse stößt, habe die enorme Nachfrage bislang bewiesen. "Wir sind innerhalb der letzten zehn Wochen auf 5.000 Nutzer angewachsen, Tendenz stark steigend. Bis Ende des Jahres wollen wir es dann auf rund 100.000 User schaffen", so Fröhlich. Genaue Zahlen zu den bisher erwirtschafteten Einnahmen will man auf Nachfrage von pressetext aber nicht preisgeben. "Wir haben diesen Monat bereits sehr große Umsätze erzielt", lässt Fröhlich lediglich wissen. Dass PaperC auch den Verlagen finanzielle Vorteile bringt, verdeutlichen die Plattformgründer anhand von Zahlen der Verwertungsgesellschaft Wort . "Studenten geben jährlich zwischen 40 und 60 Euro für Fachbücherkopien aus. Das ergibt in Deutschland insgesamt einen Markt von 100 Mio. Euro pro Jahr. Für eine einzelne Kopie, die im Schnitt zwischen 0,05 und 0,10 Euro kostet, erstattet die VG Wort nur cirka 0,01 Euro an die Verlage zurück. Bei PaperC erhalten die Verlage aber 4,2 Cent pro Kopie", rechnet Fröhlich vor.

Bei den Verlagshäusern scheint man von diesem neuartigen Geschäftsmodell, das laut dem PaperC-Mitgründer bislang weltweit einzigartig sein soll, durchaus angetan zu sein. Insgesamt 17 Kooperationspartner konnte man bereits zu einer Zusammenarbeit bewegen. "Anfangs mussten wir sehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Mittlerweile wollen aber immer mehr Verlage ihre Fachbücher auf PaperC stellen", schildert Fröhlich. Grund hierfür sei nichtzuletzt die zunehmende Fachbücher-Piraterie im Internet, die der Verlagsbranche ernsthafte Sorgen bereite. (pte)

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