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BUND warnt vor Gefahren durch Handystrahlung

30.10.2008 | 14:55 Uhr |

Der Umweltverband BUND warnt vor möglichen Schäden durch Mobilfunkstrahlung. Studien hätten angeblich Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen bewiesen. Verbraucher werden mit solchen Meldungen verunsichert. Alles nur Panikmache?

Die Diskussion um mögliche Gesundheitsschäden durch Mobilfunktechnik geht jetzt in eine neue Runde. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichte ein Schutz- und Vorsorgekonzept, das einen Mindestschutz vor künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern gewährleisten soll, die durch Mobilfunk, WLAN und andere kabellose Übertragungstechniken entstehen. Nach Meinung der Umweltschützer bedroht Elektrosmog "nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern ist auch für Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt verantwortlich".

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger ist verärgert über die Regierung. "Es ist unverständlich, warum Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erst kürzlich Entwarnung gab, die Strahlung des Mobilfunks schade zumindest erwachsenen Handynutzern nicht", sagte Weiger. Der BUND-Vorsitzende beruft sich auf "viele Studie", die belegen, dass Mobilfunkstrahlung für Menschen, Pflanzen und Tiere schädlich sei. Außerdem wisse man zu wenig über Langzeitwirkungen von Funkstrahlung.

Gesundheitliche Schäden bei Menschen seien Schlafstörungen, Erschöpfung und Störungen des vegetativen Nervensystems. Tiere wie Bienen und Fledermäuse verlieren angeblich teilweise die Orientierung. In bewohnten Gebieten lägen die künstlichen Felder mehr als zehntausend- bis millionenfach höher als die natürliche Strahlung und damit im Bereich von biologisch nachweisbaren Wirkungen, erklärte der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des BUND, Wilfried Kühling. "Da die Strahlung alle festen Körper durchdringt, entsteht quasi eine Zwangsbestrahlung, der sich niemand entziehen kann", so Kühling weiter.

Verbraucher können nur schwer unterscheiden, ob solche Meldungen von Oranisationen wissenschaftlich belegt sind oder ob es sich lediglich um Panikmache handelt. Im September hatte eine vom Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) beim TÜV in Auftrag gegebene Studie gezeigt, dass durch Sendestationen erzeugte Strahlung zu gering ist, um Krankheiten auszulösen. Die Experten vom TÜV-Nord untersuchten vor allem die elektromagnetischen Felder in Wohnbereichen, in der Nähe von Schulen und Kindergärten.

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