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Streit zwischen China und Japan: IT-Fabriken stehen still

17.09.2012 | 16:33 Uhr |

Bei Ausschreitungen wegen des Streits um die Senkaku- beziehungsweise Diaoyu-Inseln brach Feuer in einer Panasonic-Fabrik in China aus. In einer anderen wurden die Scheiben eingeschlagen. Die Produktion steht still.

Die aktuelle Zuspitzung des japanisch-chinesischen Streits um den Besitz einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat auch Auswirkungen auf die IT-Branche. Japan nennt die Inseln Senkaku-Inseln, in China heißen sie Diaoyu. Weil Japan die Inseln, die in fischreichen Gewässern liegen, angeblich von einem privaten Besitzer aufkaufen will, gab es in China Proteste. Dabei wurden auch zwei Produktionsstätten von Panasonic beschädigt. Protestler sollen gewaltsam in eine Fabrik in Qingdao eingedrungen sein und sie teilweise angezündet haben. Die Sprinkler-Anlage sei daraufhin angegangen und soll empfindliche Elektronik beschädigt haben. Bei einer weiteren Fabrik in Suzhou wurden Fenster eingeworfen.
 
Die Angestellten seien auf Geheiß der Firmenleitung fürs Erste zu Hause geblieben. Vermutlich könne man erst wieder nach dem 19. September mit der Produktion fortfahren. Welche Teile genau in den Fabriken gefertigt werden, verriet Panasonic bislang nicht.
 
Die Proteste sollen in 85 Großstädten in China stattgefunden haben. Es wird vermutet, dass sie am 19. September besonders stark auflodern. Der 19. September ist der Jahrestag der japanischen Invasion in der Mandschurei 1931. Nicht nur IT-Fabriken waren Ziel der wütenden Menge, auch japanische Autos und Restaurants fielen Randalierern zum Opfer.
 
Der Streit um die Inseln hat eine lange Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwalteten zunächst die USA die Inseln und in der Zwischenzeit wurde Erdöl in der Nähe entdeckt. Als die USA 1970 die Inseln an Japan zurückgeben wollten, meldete China Ansprüche an. Seitdem provozierten sich die beiden Länder immer wieder mit Schiffen vor Ort – im vermeintlichen eigenen Hoheitsgebiet.

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