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Fernsehsender bremsen Massentauglichkeit von Blu-ray

30.08.2008 | 15:52 Uhr |

Nach Einschätzung des japanischen Unterhaltungselektronik-Herstellers Panasonic wird es noch zwei bis drei Jahre dauern, bis sich das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray auf dem Massenmarkt etabliert haben wird. „Es fehlen einfach die Inhalte“, erklärt Joachim Reinhard, Europa-Chef von Panasonic.

Um dem Medium zu großem Erfolg bei den Verbrauchern zu verhelfen, reiche das derzeitige Filmangebot bei weitem nicht aus. Ein Hauptgrund für den geringen Umfang ist das Zögern der Fernsehsender. „Die großen Sendeanstalten wie ZDF und ARD scheuen sich noch immer davor, in die Technologie zu investieren“, so Reinhart. „Ausgerechnet wir als führendes Land in Europa machen ein solches Tohuwabohu um diese neue Technologie.“ Im europäischen Vergleich liege Deutschland inzwischen weit hinter anderen Ländern zurück. Zwar hätten die Sendeanstalten bereits 120 Millionen Euro für das Umrüsten ihrer Inhalte auf eine höhere Auflösung bewilligt bekommen, geschehen sei jedoch noch nichts. „Der Rest der Welt lacht sich doch über uns kaputt“, prangert Reinhart an.

In den vergangenen Jahren waren die öffentlich-rechtlichen Sender bereits mehrfach wegen ihrer zögerlichen Haltung von der Unterhaltungselektronik-Branche kritisiert worden. Nach den derzeitigen Plänen wollen ARD und ZDF ab 2010 Inhalte in HD-Qualität ausstrahlen. Im nächsten Jahr soll der Testbetrieb beginnen. Durch die Ausstrahlung von HD-TV-Inhalten erhofft sich die Branche einen Anstieg der Blu-ray-Recorder-Verkäufe.

Von der diesjährigen IFA zeigt sich Reinhart enttäuscht. „Von Internationalisierung ist hier nichts zu spüren.“ Er kritisierte den Stand der IFA als Regionalmesse, was man vor allem daran erkenne, dass der Standort Deutschland bei der Eröffnungsvorstellung im Vordergrund stand. Nach Reinharts Ansicht hätten wenigstens europäische Aspekte des Markts herausgestellt werden müssen.

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