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Palm-Chef wirft das Handtuch

09.11.2001 | 10:14 Uhr |

Nach einem Jahr sinkender Verkäufe und steigender Verluste hat Palm-Chef Carl Yankowski die Konsequenzen gezogen und gestern sein Amt niedergelegt. Bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist - die Suche läuft bereits - übernimmt der Chairman und frühere 3Com-Boss Eric Benhamou die Leitung des angeschlagenen PDA-Weltmarktführers.

Nach einem Jahr sinkender Verkäufe und steigender Verluste hat Palm-Chef Carl Yankowski die Konsequenzen gezogen und gestern sein Amt niedergelegt. Bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist - die Suche läuft bereits - übernimmt der Chairman und frühere 3Com-Boss Eric Benhamou die Leitung des angeschlagenen PDA-Weltmarktführers. "Palm bläst seit einem Jahr der Wind ins Gesicht, und der wird auch weiterhin blasen", kommentierte Jack Gold, Analyst der Meta Group.

Für Insider kam die Meldung vom Rücktritt des früheren Sony- und Reebok-Managers nicht unbedingt überraschend, wie unser Schwestermagazin Computerwoche meldet. Benhamou und der restliche Verwaltungsrat hätten in letzter Zeit eine zunehmend aktive Rolle beim Management des Unternehmen gespielt.

Das "Wall Street Journal" erwischte den 53-jährigen Yankowski am heimischen Telefon. Auf die Frage, warum er sein Amt niedergelegt habe, antwortete der Manager : "Die Job-Definition wurde eingeschränkt. Ich wäre letzten Endes nur noch für das halbe Geschäft zuständig gewesen." Es sei darum im besten Interesse der Anleger, den Chefsessel für einen anderen freizumachen. Über seine Zukunftspläne wollte Yankowski, dem Beobachtern zufolge auch die vielen mit seinem Amt verbundenen Reisen zunehmend zusetzten, noch keine Angaben machen.

Palm geriet zuletzt unter zunehmenden Druck durch die Konkurrenz, vor allem das Pocket-PC-Lager rund um Microsoft. Seit geraumer Zeit steht fest, dass Palm sein Betriebssystem auf die leistungsfähigere ARM-Prozessorplattform portieren will. Konkrete Ergebnisse gibt es allerdings nicht, und Analysten zweifeln bereits daran, dass der Wechsel noch rechtzeitig kommt. "Ich glaube, es ist bereits zu spät", befürchtet Meta-Mann Gold.

Palm werde zum "Apple des Handheld-Markts" werden, glaubt der Analyst. Ähnlich wie im Desktop-Markt der 80er und 90er Jahre habe Microsoft zunächst in Lauerstellung abgewartet und beobachtet, was die Verbraucher am Produkt des Konkurrenten schätzten. Am Ende hätten die Redmonder Apple dann mit einem kleinen Marktanteil und einem Kern treuer Unterstützer sitzen lassen. Bereits jetzt kämen auf einen verkauften Palm zwei Pocket-PCs - als das Microsoft-System im Frühjahr 2000 an den Start ging, waren es noch acht mal mehr Palms als CE-Handhelds.

"Computerwire" fürchtet sogar, dass Palm möglicherweise nicht einmal diese Apple-Nischenrolle zukommt. Angesichts etablierter Rivalen im Wireless- und Unternehmens-PDA-Bereich sowie Firmen wie Sharp, das mit günstigen Linux-Handhelds auch noch die verbleibenden Umsätze im Lowend-Bereich attackiere, könnte Palm auch schlicht von der Bildfläche verschwinden.

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