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PSP-Importe: Sony gewinnt gegen Lik-Sang

20.10.2006 | 12:09 Uhr |

In England hat Sony ein Verfahren gewonnen, das sich um den Import von PSP-Konsolen drehte. Dabei wurde der in Hongkong ansässige Online-Shop Lik-Sang verklagt. Das Unternehmen hat europäischen Kunden über seine Website PSPs angeboten und verkauft, obwohl diese Geräte in Europa offiziell noch nicht erhältlich sind. Eine derartige Vorgehensweise wurde vom Gericht nun untersagt. Das Urteil dürfte auch Auswirkungen darauf haben, ob Händler aus den USA oder Asien die kommende Playstation 3 nach Europa exportieren.

In knapp einem Monat geht Sonys Playstation 3 zunächst in Japan und kurz darauf in den USA an den Start. Europäische Kunden gucken - wie schon seinerzeit bei der PSP - vorerst in die Röhre, denn die Konsole soll (zumindest nach dem derzeitigen Stand der Dinge) erst im März 2007 auch hierzulande erhältlich sein. Was liegt also näher, als die begehrte Hardware bei einem Import-Händler zu bestellen? Eigentlich nichts, abgesehen von Sony . Denn das Unternehmen sieht solche "Grauimporte" nicht gerade gerne und versucht mit allen Mitteln, derartiges zu unterbinden. Rückenwind für seine Politik erhält Sony nun durch ein Urteil in England, bei dem es um PSP-Importe durch den Online-Händler Lik-Sang ging.

Richter Michael Fysh kam laut einem Bericht der " Financial Times " zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen Pacific Game Technology (Eigentümerin von Lik-Sang) durch das Anbieten und Verkaufen von PSP-Konsolen (die für den japanischen Markt gedacht waren) an Europäer verschiedene Urheberrechte von Sony verletzt habe.

Das Gegenargument des Unternehmens, dass Lik-Sang in Hongkong angesiedelt ist und keine Handelsniederlassung in England oder einem anderen Land der europäischen Union unterhalte, ließ der Richter nicht gelten. Seiner Ansicht nach seien die Handlungen des Unternehmens, die die Klage ausgelöst haben, nicht in Hongkong verübt worden, sondern innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums und ohne Zustimmung seitens Sony, so die Financial Times.

Das Urteil setzt auch ein Zeichen in Sachen Playstation 3, denn hätte Sony diesen Fall verloren, hätten mit Sicherheit einige Online-Shops frische Konsolen aus den USA oder Asien auch in Europa angeboten. Dies dürfte sich aber nun der ein oder andere zweimal überlegen. Zudem sprechen auch weitere, handfeste Gründe gegen einen Import auf eigene Faust. So erklärte eine Sony-Sprecherin gegenüber dem Branchenmagazin Gamesindustry , dass Sony Grauimporte aus dem Grund verhindern will, um seine Kunden zu schützen. So sei nur bei den für den jeweiligen Markt angebotenen Geräten sichergestellt, dass sie den Sicherheitsstandards der einzelnen Länder entsprechen. Ein Beispiel hierfür wären unterschiedliche Stromspannungen. Darüber hinaus würde eine US- oder japanische Playstation 3 auf Grund des Region-Codes keine europäischen Blu-ray-Filme wiedergeben, auch eine Garantie würde verweigert.

Ein anderer Grund, den Sony aber verschweigt, würde hingegen für Importe sprechen. So sind die Angebote, beispielsweise von Lik-Sang, deutlich günstiger, als die offiziellen Preisempfehlungen für den europäischen Raum. Möglich wird dies durch die niedrigeren Preise für die Geräte in Asien. Hinzu kommen allerdings noch Versand sowie Zollgebühren, da heißt es schon genau nachrechnen. In Sachen Playstation 3 kann die Konsole bei Lik-Sang derzeit lediglich vorbestellt werden (nicht bindend), ein konkreter Preis fehlt noch.

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