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Boom bei Handy-Games bedroht Konsolengeschäft

12.08.2010 | 10:05 Uhr |

Die rasante Verbreitung von Hightech-Smartphones hat sich zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für das Geschäft mit klassischen Videospielkonsolen entwickelt.

Während die Hersteller im Bereich von Konsolen und portablen Gaming-Plattformen eine stagnierende bzw. sogar leicht rückläufige Nachfrage nach ihren Produkten hinnehmen müssen, gehen die Produktionszahlen für Gaming-fähige Smartphones durch die Decke. Dies bestätigt ein aktueller Bericht des US-Marktforschungsunternehmens iSuppli, der schon für 2010 eine deutliche Vormachtstellung der Handys im Mobile-Gaming-Sektor prognostiziert.

"Mit ihrer Allgegenwart und enormen Verbreitung bei einem Großteil der technikbegeisterten Konsumenten sind Mobiltelefone, die sich aufgrund ihrer technischen Ausstattung für die Nutzung von Videospielen eignen, mittlerweile im Vergleich zu speziellen Gaming-Plattformen deutlich in der Überzahl", heißt es im vorgelegten Bericht. Derzeit gebe es keinerlei Anzeichen für ein Ende des Smartphone-Booms, der die Hersteller traditioneller Videospielkonsolen zunehmend unter Druck bringt, so die iSuppli-Experten.

App Store, Casual Gaming und Smartphone-Technik

"Auf dem Handy-Spielemarkt ist eine überaus positive Entwicklung zu beobachten, die vom großen Erfolg des App Stores von Apple, der starken Nachfrage nach leicht zugänglichen Casual Games und den weiterentwickelten technischen Möglichkeiten heutiger Mobilfunkgeräte angetrieben wird", stellt David Nerici, Business Development Manager für Österreich und die Schweiz bei Gameloft , im Gespräch mit pressetext fest. Dieser Trend werde sich auch in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.

Die Gründe für die zunehmende Nachfrage im Bereich der Handyspiele seien vielfältig: "Handy-Games haben gegenüber herkömmlichen Konsolentiteln den Vorteil, dass kein zusätzlicher technischer Aufwand für den Nutzer entsteht. Dieser hat sein Mobiltelefon heute ohnehin fast immer und überall dabei und kann sich so jederzeit unterwegs einen netten Zeitvertreib gönnen", erläutert Nerici. Dass Handys tragbare Videospielkonsolen schon demnächst vollständig ersetzen könnten, sieht der Gameloft-Manager aber nicht.

Rückgang bei Handheld-Konsolen

Die von iSuppli zu Tage geförderten Zahlen zeichnen jedoch ein eindeutiges Bild der aktuellen Entwicklung. Demnach werden im Geschäftsjahr 2010 bereits 1,27 Milliarden Gaming-fähige Smartphones ausgeliefert, das entspricht einem Zuwachs von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei klassischen Videospielkonsolen fallen die Vergleichswerte bei Standgeräten mit 52,3 Millionen (plus 0,2 Prozent) und 38,9 Millionen (minus 2,5 Prozent) bei Handheld-Konsolen deutlich magerer aus.

(pte)

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