08.03.2011, 17:42

Hans-Christian Dirscherl

PKW-Reparatur

Gibt es einen Anspruch auf Kulanz?

Wenn nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungspflicht beziehungsweise der Neuwagen- Herstellergarantie bei einem Fahrzeug ein Mangel auftritt, dann kann ein PKW-Besitzer nur noch auf die Kulanz des Herstellers hoffen. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es aber nicht.
Es gehört zu den geradezu klassischen Albträumen eines Auto-Besitzers: Der Wagen lief zwei Jahre lang einwandfrei, doch kurz nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungspflicht tritt ein Schaden auf. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Der Auto-Besitzer hat eine Neuwagenanschluss-Garantie (eventuell auch eine Art von Gebrauchtwagen-Garantie, die manche Hersteller aber auch einige Versicherungen anbieten), oder aber der Wagen ist gegen Mängel und Defekte unversichert. In ersterem Fall, also beispielsweise bei einer bestehenden Neuwagenanschluss-Garantie (die abhängig vom Hersteller unterschiedliche und meist klangvolle, viel versprechende Namen wie zum Beispiel LifeTime bei Volkswagen tragen), muss der Auto-Besitzer aber erst einmal die Versicherungs-Police aus seinen Unterlagen wühlen und gründlich studieren. Denn die Neuwagen-Anschluss-Garantien enthalten etliche Versicherungsausschlüsse, die bei Abschluss der Neuwagen-Anschluss-Garantie nicht unbedingt im Mittelpunkt des Verkaufsgespräches standen…
 
Steht der Auto-Besitzer allerdings ohne Versicherung da, kann er nur noch auf Kulanz hoffen. Sprich: Der Hersteller seines Fahrzeuges erklärt sich aus eigenem Entschluss bereit, einen Teil der Reparaturkosten zu übernehmen – bei ganz viel Glück und wenn das Fahrzeug noch nicht sehr alt ist und erst wenige Kilometer damit gefahren wurden, übernimmt der Auto-Produzent vielleicht sogar die kompletten Kosten an Material und Arbeitsstunden. Damit ein Kulanzantrag überhaupt eine Chance hat genehmigt zu werden, müssen in der Regel alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten in einer Vertrags-Werkstatt des Herstellers gemacht worden sein.
 
Einen Rechtsanspruch auf Kulanz hat ein Auto-Besitzer nicht. Das dürfte den meisten Auto-Besitzern vielleicht bekannt sein. Was aber nicht unbedingt jeder weiß: Der Hersteller darf sogar vorschreiben, wie der Ablauf der Reparatur und die Bearbeitung des Kulanzantrages abläuft.
 
In einem uns vorliegenden Antwort-Schreiben der Kundenbetreuung eines großen deutschen Automobilkonzerns heißt es wörtlich: „Die Prüfung eines Entgegenkommens in Form einer Kulanz kann erst nach Durchführung einer Reparatur durchgeführt werden, da erst dann der gesamte Kosten- und Reparaturumfang feststehen“.
 
Sie haben richtig gelesen: Der Kunde soll sein Auto einfach mal in die Vertragswerkstatt bringen und reparieren lassen, ohne vorher zu wissen:
* Wie viel die Reparatur überhaupt kostet
* Wie viel davon der Hersteller auf Kulanz übernimmt
 
Das ist faktisch ein Blankoscheck an die Werkstatt und den Hersteller. Kann das rechtens sein? Oder kann der Kunde eine verbindliche schriftliche Mitteilung über die Kosten und den Anteil der Kulanzübernahme vor Durchführung der Reparatur verlangen?
 
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