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PC-WELT sprach mit Roboter-Frau Linda alias Lego Mindstorms NXT

20.03.2007 | 14:02 Uhr |

Tüftler von der Universität Saarbrücken haben dem Lego Mindstorms NXT das Sprechen beigebracht. Wer sich davon selbst überzeugen will, kann das heute und morgen noch auf der CeBIT machen. Die PC-WELT machte den Test und stellt Ihnen die Sprachsteuerungssoftware Dialog-OS vor.

Der Lego Mindstorms NXT krabbelt als Skorpion durch die Wohnung oder stampft als humanoider Roboter (siehe Foto rechts) über die Flure und rollt auf Rädern und mit Greifarmen durch die Gegend - je nachdem, welches Modell Sie mit dem knapp 280 Euro teuren Bausatz basteln. Auch Sprachdateien kann er ausgeben und Sie beispielsweise mit einem "Good Morning" oder einer kurzen Melodie begrüßen. Wissenschaftler der CLT Sprachtechnologie GmbH (einem Spin-off-Unternehmen der Universität Saarbrücken) haben jetzt mit "Dialog OS" eine Software entwickelt, mit der man den Lego-Roboter sogar via Sprache steuern kann ( die PC-WELT berichtete ).

Die Software Dialog-OS wird auf dem PC installiert, der die gesamte Rechenleistung der Sprachsteuerung übernimmt. Zur Eingabe benötigen Sie ein Mikrofon, das an den Rechner (nicht an den Mindstorms NXT) angeschlossen ist. Die Sprachausgabe erfolgt über Lautsprecher, die mit dem Rechner verbunden sind.

In der uns vorgeführten Demonstration mussten wir einen längeren Begriff erraten, indem wir immer einen einzelnen Buchstaben nannten (das Prinzip dürfte Ihnen aus zahlreichen Rateshows im Fernsehen hinlänglich bekannt sein). Die Gesamtzahl der Buchstaben wurde auf zwei zusammen geschalteten LCDs angezeigt. Wenn wir daneben lagen, teilte uns das Linda (wie die Wissenschaftler ihren Lego Mindstorms NXT getauft haben) mit. Landeten wir aber einen Treffer, so rollte Linda nach rechts, wendete und rollte dann wieder zum Ursprungsort zurück wobei sie ihren rechten Arm hob. Mit dieser Bewegung sollte Linda das aus den TV-Ratespielen bekannte Verfahren nachahmen, bei dem zumeist attraktive schlanke Damen in kurzen Röcken von Hand die Tafeln mit den verdeckten Buchstaben umdrehen. Ganz so attraktiv sah Linda leider nicht aus, statt langer schlanker Beine hatte sie Räder mit Gummireifen, dafür war ihre Technik aber umso interessanter.

Linda basiert auf dem im Handel erhältlichen Lego Mindstorms NXT. Die Saarbrücker Wissenschaftler (rechts im Bild) erweiterten den Bausatz aber noch um etliche zusätzliche Legobausteine, um eine halbwegs weiblich aussehende Gestalt mit karierter Bluse und Rock zu kreieren. Wir waren so dreist und schauten der Dame unter den Rock: Zum Vorschein kamen die standardmäßigen Servomotoren des Lego-Bausatzes sowie der Chip des NXT. Die Motoren trieben das Fahrwerk mit den vier Rädern an, auf dem Linda stand.

Linda fuhr immer die gleiche vorgegebene Bahn vor den beiden Flachbildschirmen ab. Dafür zählte sie, respektive ihr NXT-Chip, die Anzahl der Umdrehungen an den Rädern. Hatte Linda die vorgegebene Zahl erreicht, so drehte sie sich um und fuhr wieder zurück. All das sind standardmäßige Funktionen, die jeder Lego Mindstorms NXT beherrscht.

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