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PC-WELT Test: Lego Star Wars II – Die klassische Trilogie

26.09.2006 | 13:28 Uhr |

Man nehme die berühmten Kunststoff-Klötzchen namens Lego und vermische sie mit der epischen Geschichte, den Charakteren und den klassischen Star-Wars-Filmen von George Lucas, und rühre das Ganze kräftig. Heraus kommt ein Spiel, das den Namen Lego Star Wars II – Die klassische Trilogie trägt. Wir haben das Spiel getestet und sagen Ihnen, ob sich der Kauf lohnt.

Das für alle aktuellen Konsolen und Windows erhältliche "Lego Star Wars II – Die klassische Trilogie" entführt den Spieler in die Welt von Luke Skywalker, Han Solo und Co. und lässt den Spieler mit zu Lego-Figuren mutierten Hauptdarstellern die Episoden IV bis VI durchleben.

Dadurch, dass die gesamte Welt und die aus den Filmen bekannten Szenen aus Lego-Steinen aufgebaut sind, versprüht das Spiel einen originellen Charme. Angeschossene Gegenstände und Figuren lösen sich nicht einfach auf, sondern zerfallen in ihre einzelnen Lego-Stein-Teile. Für Star Wars-Atmosphäre sorgen zusätzlich die von den Filmen her bekannten Melodien und Geräusche. Auf Sprachausgabe verzichtet das Spiel völlig. Stattdessen sorgen die Figuren in den hervorragend gemachten Zwischensequenzen und im Spiel mit ihren Gesten für so manchen Lacher und treiben die von den Filmen her bekannte Story voran.

Star Wars II ist eine Mischung aus Jump & Run, Puzzle-Spiel und Action-Adventure, in dem es jeweils sechs lange Level aus den Episoden IV bis VI zu bestehen gilt. Im Story-Modus begibt sich der Spieler mit gleich mehreren vorgegebenen Lego-Figuren in den Kampf. Das können beispielsweise Luke Skywalker, Prinzessin Leia Organa, Chewbacca, Ben Kenobi oder auch die Druiden C-3PO und R2-D2 sein. Diese Figuren werden aber erst im Lauf des Spiels freigeschaltet. Zudem starten Sie jeden Level im "Story-Modus" bei dem Sie die Geschichte wie in den Filmen erleben. Haben Sie einen Level erfolgreich absolviert, dürfen Sie diesen auch im Modus "freies Spiel" erneut durchspielen. Dann können Sie auch jederzeit zwischen den einzelnen Figuren wechseln. Es macht dabei durchaus Sinn, einen Level erneut anzugehen, denn bestimmte Bereich sind nur für Figuren zugänglich, die Sie erst im Verlauf des normalen Spiels freischalten. Kenobi ist mit seinem Lichtschwert eher für den Nahkampf geeignet, während andere Charaktere ihr Lasergewehr aus der Ferne einsetzen. Zusätzlich verfügen die Figuren über unterschiedlich Nahkampfattacken: Chewbacca reißt den Gegner die Kunststoff-Arme vom Leib und Leia verpasst ihnen einfach Backpfeifen. Der Wechseln zwischen den einzelnen Figuren macht zusätzlich Sinn, weil teilweise Bereiche in Leveln sich nur öffnen, wenn eine bestimmte Figur aktiviert ist.

Die KI der Gegner ist nicht außerordentlich fordernd, nur bei den größeren Gegnern ist Geschick gefragt. Dafür lädt jeder Level den Spieler dazu ein, auf Entdeckungstour zu gehen. Überall sind kleine Minispiele versteckt und es gilt möglichst viele Lego-Steine und andere Gegenstände aufzusammeln, mit denen sich dann neue Figuren und Extras freischalten lassen. Insgesamt können übrigens 50 Star Wars-Charaktere freigeschaltet werden. Wer die Vorgängerversion des Spiels besitzt, kann nochmal zusätzlich 50 Figuren freischalten.

In den einzelnen, sehr umfangreichen Leveln der Episoden (insgesamt 18 Level plus Bonus-Level) wird ordentlich Abwechslung geboten und auch Rätsel kommen nicht zu kurz: Versperrt eine Hindernis das Vorankommen in einem Level, so lohnt es sich, in der Umgebung Ausschau nach einer Lösung für das Problem zu suchen: Oft muss man im Level herumliegende Lego-Steine zu einem Gegenstand oder einem Fahrzeug zusammenbauen, um voranzukommen. Es können Landgleiter oder AT-STs gebaut und genutzt werden oder die in den Leveln herumlaufenden Tiere, wie die Banthas des Wüstenplaneten Tatooine, geritten werden. Am Ende der Episode IV schwingt man sich beispielsweise in einen Gleiter, muss sich zunächst den Tie-Fightern erwehren und Geschützturme ausschalten und darf dann mit gut platzierten Schüssen den Todesstern vernichten. Sobald eine Episode komplett abgeschlossen ist, wird ein Bonus-Bereich für die Episode freigeschaltet, indem man nochmals alle Level einer Episode unter Zeitdruck oder diverse Bonus-Spiele absolvieren kann.

Im freien Spiel hat man zusätzlich die Möglichkeit, mit anderen, freigeschalteten Figuren die Episode durchzuspielen. Wer schon immer mit einem Tie-Fighter den Todesstern zerstören wollte, kann dies hier tun.

Im Mehrspieler-Modus können zwei Spieler an einem PC oder an der Konsole gemeinsam im kooperativen Spiel die Level absolvieren. Das macht besonders Spaß, denn hier können die beiden Spieler gemeinsam die Rätsel lösen und sich beim Kampf gegen die Bösen unterstützen. Auf einen Online-Modus muss aber leider verzichtet werden.

Kleines Manko: Die einzelnen Level sind überaus lang. Wenn man wirklich alles entdecken möchte, dann ist man bis zu einer Stunde mit einem Level beschäftigt. Ein Speichern ist in dieser Zeit nicht möglich. Der Schwierigkeitsgrad fällt äußerst moderat aus. Sterben kann man nicht. Sobald die vom Spieler gespielte Lego-Figur sich in ihre Bestandteile auflöst, erscheint sie einfach wieder und es kann weitergehen. Dafür werden dem Spieler allerdings ein paar Punkte von seinem Sammelkonto abgezogen. Das Spiel passt den Schwierigkeitsgrad automatisch an, wenn man zu oft stirbt.

Fazit

Panagiotis meint:
Lego Star Wars II – Die klassische Trilogie macht einfach Laune und hat einen erstaunlich großen Umfang, der für stundenlangen Spaß sorgt. Die von uns getestete Xbox-360-Version reizt die Next-Gen-Konsole zwar technisch in keinster Weise aus, das wird aber durch den Spielspaß und den Humor wieder wett gemacht. Besäße das Spiel auch noch einen Online-Modus, mit dem man sich über das Internet einen Spielpartner suchen könnte, dann würde die Wertung noch einen Tick höher ausfallen. Bei der PC-Version empfiehlt sich für die bessere Spielbarkeit ein Gamepad. PC-Spieler können übrigens hier eine 440 MB große Demo-Version des Spiels herunterladen. Auch für Xbox 360 ist mittlerweile eine Demo über den Marktplatz erhältlich.

Negativ: Das Spiel ist für fast alle Plattformen für um die 30 Euro erhältlich - nur die Xbox 360-Fassung ist mit um die 50 Euro wesentlich teurer.

Markus meint:
In meiner Jugend war ich nie Fan von Lego, ich gehörte der Playmobil-Fraktion an. Daher
war ich zu Beginn auch äußerst skeptisch, ob ein Spiel mit Lego-Charakteren überhaupt Spaß machen kann. Und in der Tat: Es kann. Bereits nach kurzer Zeit ist der Sammeltrieb geweckt und man will alles, aber auch wirklich alles finden und einsammeln, was der Level zu bieten hat. Dabei vertreiben die netten Einfälle wie Sturmtruppen in einem Whirlpool oder andere Gags die Zeit und es ist eine wahre Freude sich Stück für Stück durch die hinlänglich bekannte Star Wars-Welt zu kämpfen. An einigen Stellen kann es allerdings schon etwas mühsam werden, vor allem dann, wenn wirklich jede einzelne Tonne und auch noch der letzte Lego-Stein zerdeppert werden muss, um weiterzukommen.

Hier stellt sich die Frage, inwiefern kleinere Kinder die nötige Durchhaltefähigkeit aufbringen; zuweilen gibt es auch vertrackte Situationen, die kleine Zocker überfordern könnten. Nervig ist bisweilen - auch für erwachsene Spieler - die Kameraführung, bei der man teilweise nicht mehr von übersichtlichen Verhältnissen sprechen kann, zumal die Kamera nur rudimentär nachjustiert werden kann. Insgesamt ist der Titel aber empfehlenswert und wird für einige spaßige Stunden sorgen - selbst bei Playmobil-Freunden.

Titel:

Lego Star Wars II - Die klassische Trilogie

Publisher:

Activision

Plattform:

PC, Xbox 360, PS 2, Gamecube, Xbox; Sony PSP, Nintendo DS

USK:

ab 6 Jahren

Preis:

30 - 50 Euro

Wertung:

85 Prozent

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