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PC-WELT-Interview mit Nick Heidfeld

24.08.2007 | 12:34 Uhr |

Wenn am Wochenende vom 24.-26. August 2007 beim Großen Preis der Türkei in Istanbul die Schnellsten der Schnellen ihre Runden drehen, hat er gute Chancen, ganz vorne dabei zu sein: Nick Heidfeld ist der zur Zeit erfolgreichste deutsche Formel-1-Fahrer, beim bislang letzen Rennen Anfang August in Ungarn gelang ihm ein bemerkenswerter dritter Platz. PC-WELT befragte den BMW-Sauber-Piloten nach seinem Verhältnis zur Computertechnik.

PC-WELT: Computertechnik spielt in der Formel 1 eine extrem wichtige Rolle. Verlassen Sie sich immer hundertprozentig darauf?

Nick Heidfeld: Ich verlasse mich auf die Technik, ganz einfach weil ich das muss. Das Auto ist inzwischen so hochentwickelt, dass es ohne Elektronik gar nicht mehr möglich *wäre, es überhaupt zu starten. Alle Systeme, wie beispielsweise die Traktionskontrolle, werden per Computer individuell auf den Fahrer abgestimmt.

PC-WELT: Wo macht sich an Ihrem Arbeitsplatz die Entwicklung der Elektronik am meisten bemerkbar?

Nick Heidfeld: Alle Neuentwicklungen in der Formel 1 werden auf Grund der gesammelten Daten berechnet und dann umgesetzt. Durch den neuen Rechnercluster „Albert 2“ mit Prozessoren von Intel haben wir mit Sicherheit den besten Supercomputer dafür. Der Windkanal von BMW Sauber ist rund um die Uhr in Betrieb, das ist mit das Wichtigste.
Die Weiterentwicklung der Elektronik sehe ich als Fahrer vor allem am Lenkrad: Bis in die 80er Jahre gab’s da nur den Trink- und den Radioknopf. Heute sind das 23 Knöpfe und es werden alle möglichen Telemetriedaten ans Team zurückgesendet. Als Fahrer kann ich da sehr viel selbst verändern.

PC-WELT: Wird die Leistung des Formel-1-Piloten angesichts der technischen Entwicklung immer unwichtiger?

Nick Heidfeld: Die Technik ist für den Erfolg wichtig, aber in der F1 gelangt man nicht alleine dadurch an die Spitze. Es kommt nach wie vor auf die Leistung des Piloten an. Der Fahrer muss sich gut mit der Technik auskennen und das Maximum herausholen. Das macht in der heutigen Zeit einen guten Fahrer aus.
Die guten, alten fahrerischen Qualitäten sind also immer noch wichtig, aber die Technik lässt alle Fahrer enger zusammenrücken.

PC-WELT: Wer kümmert sich bei Ihnen zuhause um den Computer?

Nick Heidfeld: Im Großen und Ganzen mache ich das, aber ich bin kein Fachmann. Wenn mal etwas schief geht brauche ich externe Hilfe. Wenn meine Freundin Patricia mich um Hilfe bittet, schaue ich natürlich danach. Aber sie wird nicht allzu oft zu mir kommen, weil sie mich da nicht für einen großen Fachmann hält.
Wenn ich dann mal vor dem Computer sitze, dauert es meist etwas länger – und ihrer Meinung nach geht’s dann öfters mal schief. Aber die Meinung teile ich nicht!

PC-WELT: Was nervt Sie am meisten am Computer?

Nick Heidfeld: Die Batterieleistung ist bei Notebooks bei Weitem nicht ausreichend genug. Da ich viel unterwegs bin, finde ich, müsste auch die Speicherkapazität höher werden. Ich mache recht viele Digitalfotos und möchte meine Bilder unterwegs anschauen oder bearbeiten können – da stoße ich immer wieder schnell an die Kapazitätsgrenzen.
Generell sollte auch die Bedienbarkeit von PCs einfacher werden. Da hat sich zwar in den letzten Jahren viel getan. Aber vor allem bei der Programminstallation kommt der Otto-Normalbürger oft nicht weiter.

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