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PC-WELT-Interview: HP macht Tintenpatronen zur Strategiefrage

08.05.2007 | 16:02 Uhr |

Der US-Druckerhersteller HP baut das Angebot an Tinten aus. Künftig soll es für jeden Druckbedarf die passende Patrone geben. Hilfe oder Verwirrung beim Tintenkauf? PC-WELT fragt nach.

HP hat sich eigenen Angaben zufolge mit den Druckbedürfnissen der Anwender intensiv auseinandergesetzt. Das Ergebnis: Eine erweiterte Auswahl von Tintenpatronen. Der Kunde wählt zwischen Standard-, Vorteils- und Spezialpatronen. Ralf Groh, Vertriebsdirektor Zubehör bei HP, erklärt im Gespräch mit PC-WELT, wie das funktioniert und was der Kunde davon hat.

PC-WELT: Ab sofort gibt es bei HP drei unterschiedliche Patronentypen. Können Sie diese kurz beschreiben?
HP: Die blau verpackten HP Standardpatronen zeichnen sich durch einen niedrigen Einkaufspreis aus - ab 10 Euro. Sie sind für Anwender mit mäßigem Druckbedarf gedacht. Die „grünen“ HP Vorteilspatronen - zusätzlich durch XL gekennzeichnet - sind für Kunden, die häufiger drucken und auf einen niedrigen Seitenpreis Wert legen. Mit den roten Spezialpatronen bieten wir speziell optimierte Tinten für besondere Anwendungen an.

PC-WELT: Es gab ja früher schon Patronen mit unterschiedlichen Füllmengen. Was ist an dem Konzept so neu?
HP: Neu ist, dass HP damit erstmals standardmäßig für jeden Drucker beziehungsweise Multifunktionsgerät Alternativen beim Nachkauf anbietet. Der Anwender kann so den Drucker über die gesamte Nutzungszeit den sich ändernden Druckbedürfnissen anpassen.

PC-WELT: Worin besteht der Vorteil für den Anwender?
HP: Aus unserer Marktforschung wissen wir, dass es Kunden gibt, denen ein niedriger Kaufpreis der Patronen äußerst wichtig ist, weil sie wenig drucken. Die andere Kundengruppe orientiert sich am günstigsten Preis pro Seite. Durch die Vorteilspatrone bieten wir die Möglichkeit, mit HP Originalzubehör sehr viel günstiger als bisher zu drucken.

PC-WELT: Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen?
HP: Die Patronen erreichen mit den aktuellen HP-Officejet-Pro-Geräten Seitenpreise, die unter den Verbrauchskosten von Laserdruckern liegen. So hat die Schwarzpatrone mit der Nummer 88 eine Reichweite von 850 Seiten und damit einen Seitenpreis von 2,3 Cent pro Blatt. Kaufen Sie die Patrone mit dem Zusatz XL, reicht der Tinteninhalt für etwa 2450 Seiten. Sie drucken damit für 1,3 Cent pro Seite.

PC-WELT: Welcher Typ Patronen ist im Lieferumfang eines neuen HP-Druckers oder -Kombigeräts enthalten?
HP: Das ist je nach Druckleistung des Geräts unterschiedlich - entweder die Standard- oder in einigen Fällen auch die Vorteilspatrone.

PC-WELT: Im Falle der Spezialpatronen – wie etwa der Kartusche mit der Nummer 58 - spricht HP von einer verbesserten Druckleistung. Können Sie das genauer erklären?
HP: Bei den Spezialpatronen handelt es sich - wie stets bei HP-Zubehör - um Kartuschen mit original Viveratinten. Die Spezialtinten werden für besondere Anwendungen entwickelt. So ist die angesprochene Patrone mit der Nummer 58 für den hochwertigen Fotodruck gedacht. Sie liefert ein größeres Farbspektrum - vor allem bei hellen Farben wie etwa Hauttönen - und bietet eine verbesserte Lichtechtheit.

PC-WELT: Ist das neue Tintenkonzept nicht auch eine Reaktion auf einen steigenden Tinten-Drittanbietermarkt?
HP: Unser neues Angebot ist das Resultat einer über 18 Monate langen intensiven Marktforschung. Dabei haben wir Daten zum Druckbedürfnis und -verhalten von über zwei Millionen Kunden in den verschiedensten Ländern erhoben. Auf diesen Ergebnissen beruht das neue Konzept, das ganz klar darauf ausgerichtet ist, den Kunden ein individuelleres Angebot als bisher zu ermöglichen.

PC-WELT : Vielen Dank für das Gespräch.

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