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PC-Sportler suchen um Anerkennung

28.08.2006 | 13:25 Uhr |

In manchen Teilen der Welt gibt es bereits einen regelrechten Starkult um besonders gute PC-Sportler. Top-Spieler können dort mit ihrer Leidenschaft richtig Geld verdienen. Auch in Deutschland kämpfen die Vertreter des "E-Sports" um Anerkennung.

In Deutschland gibt es zwar seit Jahren LAN-Partys und eine große Spielergemeinde rund um PCs und Konsolen. Doch in das öffentliche Bewusstsein ist der E-Sport als Sportart noch nicht eingedrungen. Weder berichten "das aktuelle Sportstudio" im ZDF noch die Sportschau in der ARD von Turnieren noch werden die Ergebnisse von E-Sport-Wettkämpfen regelmäßig in den Tageszeitungen diskutiert.

Das soll anders werden, meinen zumindest einige Gamer, wie die Financial Times Deutschland berichtet. Und erste Anzeichen für zunehmende öffentliche Akzeptanz gibt es bereits.

So nahm der eingetragene Polizeisportverein PSV Neumünster "elektronischen Sport" respektive E-Sport in seine Disziplinen auf. Was prompt den Protest lokaler Politiker hervorrief. Denn: Bei den E-Sport-Arten ist vor allem der Ego-Shooter Counterstrike beliebt. Der Klassiker unter den Shootern erfreut sich einer großen Anhängerschaft, wird von Kritikern aber immer wieder gerne in Zusammenhang mit Begriffen wie "Gewaltverherrlichung" und "Anleitung zum Töten" gebracht.

Vermutlich dürften E-Sportarten immer öfters Einzug bei den Sportvereinen halten. Der Sportsender DSF will PC-Spiele sogar per TV übertragen, wie die FTD nachlegt..

Immerhin weist E-Sport durchaus Sport-typische Merkmale auf: Man muss trainieren, taktische Mannschaftsleistungen zählen ebenso wie herausragende Fähigkeiten eines Einzelnen und der Sport ist spannend für Zuschauer.

Wenn sich E-Sport als neue Sparte bei Sportvereinen durchsetzen sollte, hat das viele Konsequenzen. So können sich E-Sportvereine als gemeinnützige Sportvereine anerkennen lassen und steuerliche Vorteile genießen. Eventuell kann so ein E-Sportverein sogar staatliche Fördermittel bekommen. Ein EU-Initiative zu E-Sport gibt es bereits, sie könnte auf eine standardisierte Ausbildung zum E-Sport-Trainer hinauslaufen. In einigen Jahren sind Lizenzspielerabteilungen sowie Nachwuchsförderung in Zusammenhang mit E-Sport vielleicht völlig normal.

Eines dürfte aber schon jetzt sicher sein: Auch wenn E-Sport als richtige Sportdisziplin anerkannt werden sollte, die positiven gesundheitlichen Auswirkungen, die man gemeinhin mit den meisten sportlichen Tätigkeiten verbindet, dürften beim E-Sport eher nicht auftreten. Stattdessen verbringen ohnehin schon rückengeschädigte Büro-Menschen mit Bluthochdruck noch mehr Zeit vor dem Rechner und regen sich dabei mächtig auf.

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