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PC-Spiele: Verfahren gegen Anti-Indizierungs-Initiative eingestellt

24.11.2003 | 12:29 Uhr |

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat das Strafverfahren gegen Jan Petersen von der "Initiative gegen die Indizierung von Computerspielen" eingestellt. Petersen hatte im Juni bewusst an eine 16jährige ein indiziertes Spiel verkauft und sich anschließend selbst angezeigt. Im Falle einer Verurteilung hätte er so die Möglichkeit gehabt, mit der Angelegenheit zum Bundesverfassungsgericht zu gehen. Diesem Plan machte die Staatsanwaltschaft nun zunichte, "weil Ihre Schuld als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung besteht", begründet die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gegen Petersen.

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat das Strafverfahren gegen Jan Petersen von der "Initiative gegen die Indizierung von Computerspielen" eingestellt. Petersen hatte im Juni bewusst an eine 16jährige ein indiziertes Spiel verkauft und sich anschließend selbst angezeigt. Im Falle einer Verurteilung hätte er so die Möglichkeit gehabt, mit der Angelegenheit zum Bundesverfassungsgericht zu gehen. Diesem Plan machte die Staatsanwaltschaft nun zunichte, "weil Ihre Schuld als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung besteht", begründet die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens gegen Petersen.

In dem auf der Website der "Initiative gegen die Indizierung von Computerspielen" veröffentlichten Schreiben der Staatsanwaltschaft heißt es weiter: "Die Einstellung ist unter anderem im Hinblick darauf erfolgt, dass das Strafverfahren durch Sie zu dem Zweck missbraucht werden sollte, die Streichung des Spiels 'Unreal Tournament 2003' vom Index der jugendgefährdenden Schriften zu erreichen."

Petersen bezeichnet die Entscheidung der Staatsanwaltschaft als einen "Fehler" und weist darauf hin, dass er mit dem Verkauf des Spiels an das 16-jährige Mädchen keine Ordnungswidrigkeit, sondern laut dem neuen Jugendschutzgesetz eine Straftat begangen habe. Das kein öffentliches Interesse an dem Fall bestanden habe, will Petersen ebenfalls nicht als Argument gelten lassen. Die Initiative habe mehr als 35.000 Unterschriften gesammelt und über 4000 Euro zur Prozessfinanzierung gingen als Spende ein. "Zumindest ist das Interesse um einiges größer, als wenn es darum geht, seinen Nachbarn wegen eines Gartenzauns zu verklagen", so Petersen.

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