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Wirtschaftskrise erreicht Computer-Hersteller

17.11.2008 | 11:16 Uhr |

Der bis vor wenigen Wochen noch stabil erscheinende PC-Markt ist nun ebenfalls von der Rezession betroffen.

Vor allem in den USA sinken nun die PC-Verkaufszahlen, da die Konsumenten sparsamer werden. Das Marktforschungsunternehmen IDC berichtet, dass in den USA im Vergleich zum Vorjahr die PC-Lieferungen im vierten Quartal um ein Prozent gefallen sind. Das steht im starken Kontrast zu der ursprünglichen Erwartung eines Wachstums von 6 Prozent im traditionell starken Weihnachtsgeschäft. Auch die Citigroup hat ihre Erwartungen für die Marktführer Hewlett-Packard (HP) und Dell zurückgeschraubt und spricht davon, dass die gesamte PC-Branche in die Rezession rutscht, berichtet das Wall Street Journal.

Citigroup-Analyst Richard Gardner sieht die Wurzeln der Probleme in der PC-Branche unter anderem im Mangel an Krediten, in steigender Arbeitslosigkeit und im stärkeren US-Dollar. Viele Konsumenten, die für das vierte Quartal PC-Käufe geplant haben, verschieben diese auf nächstes Jahr oder streichen die Anschaffung neuer Technik vollkommen. PC-Hersteller versuchen nun, an allen Ecken und Enden zu sparen. Der Chef der Notebook-Abteilung von Panasonic, Kyp Walls, hat bereits angekündigt, "aggressive Kostenreduktion" betreiben zu müssen. Branchenbeobachter meinen, dass von dieser herstellerübergreifenden Einsparungswelle bereits auch die Zulieferunternehmen der PC-Hersteller betroffen sind. Der Grund dafür ist, dass die Hersteller ihre Bestellungen reduzieren, um ihre Bestände klein zu halten.

Im Kampf um die verbliebenen Konsumenten liefern sich die PC-Hersteller nun einen immer schärferen Preiskampf mit Rabatten von 20 bis hin zu 30 Prozent. Dabei ist die Gewinnspanne von PC-Herstellern mit rund 6 Prozent ohnehin nur sehr schmal. Darunter leidet unter anderem der chinesische PC-Hersteller Lenovo, der einen Gewinneinbruch von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu verschmerzen hat. Als Gründe dafür sieht das Unternehmen reduzierte Nachfrage und aggressive Preisgestaltung. Eine Ausnahme im Preiskampf ist Apple, das mit seinen neuen MacBooks auf eine Preisspanne zwischen 1.300 und 2.000 US-Dollar setzt. Damit liegen die MacBooks deutlich über dem durchschnittlichen Verkaufspreis von Notebooks, der laut NPD Group rund 843 US-Dollar beträgt. Analysten sagen dem Unternehmen zwar ein relativ solides Weihnachtsgeschäft voraus, glauben aber, dass das Unternehmen ebenfalls unter der Wirtschaftslage leiden wird. (pte/jp)

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