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Psystar bringt Billig-"Mac"

15.04.2008 | 15:04 Uhr |

Ein 400-Euro-"Mac" von Psystar - die Günstig-Konkurrenz zum originalen Apple Macintosh oder doch nur ein Imitat, das bald wieder aus dem Sortiment genommen werden muss?

Psystar hat den den Open PC (ehemals Open Mac) herausgebracht - ein günstiges Imitat eines Apple Macintosh. Im Gegensatz zu den Rechnern mit dem Apfel-Logo kostet dieser PC knapp 400 Euro. Im Inneren taktet standardmäßig ein Intel Core Duo mit einer Frequenz von 2,2 GHz. Für einen Aufpreis von 90 US-Dollar bekommt der Kunde ein Upgrade auf 2,66 GHz. Psystar verbaut serienmäßig eine Festplatte mit 250 GB Speicherkapazität. Wer 95 US-Dollar drauflegt, bekommt eine SATA-Festplatte mit 400 GB. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind 2 GB Arbeitsspeicher, optional aufrüstbar auf insgesamt 4 GB.

Obwohl der von Apple günstigste Mac "Mac Mini" rund knapp 200 US-Dollar mehr kostet (im deutschen Apple-Store liegt der Preis bei insgesamt 599 Euro) und in der Basiskonfiguration deutlich schlechter ausgestattet ist, liefert Apple das Betriebssystem Mac OS X 10.5 "Leopard" gleich mit. Für das identische Betriebssystem muss der Kunde beim Open PC 155 US-Dollar zusätzlich berappen.

Um Mac OS X auf dem Open PC laufen zu lassen, muss Psystar den Kernel patchen. Dies erweist sich als Kleinigkeit. Größere Probleme treten in puncto Hardware-Treiber auf. Psystar kann diese Probleme nur dann umgehen, wenn die Entwickler die gleichen Komponenten wie Apple verbaut - aber selbst dann bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Es kann demnach passieren, dass die eine oder andere Komponente nicht reibungslos unterstützt wird.

Laut Lizenzbestimmungen darf Mac OS X nur in Verbindung mit einem originalen Apple Mac ausgeliefert werden. Diese Regel bricht Psystar allerdings mit seinem Open PC. Daher stellt sich die Frage, ob Psystar seinen Mac-Klon noch weiterhin verkaufen darf. Durch die Umbennenung von Open Mac auf Open PC hat sich Psystar wohl einen Schritt von einer möglichen Patent-Klage entfernt. Bleibt somit abzuwarten, ob die Auslieferung von Mac OS X noch weitere rechtliche Konsequenzen für Psystar hat.

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