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PC-Hersteller: EU-Richtlinie zu Elektronikschrott wird teuer

Die Computerbranche rechnet wegen der von August an gültigen EU-Richtlinie zur Beseitigung von Elektronikschrott mit erheblichen Mehrkosten.

Die Computerbranche rechnet wegen der von August an gültigen EU-Richtlinie zur Beseitigung von Elektronikschrott mit erheblichen Mehrkosten. Der PC-Hersteller Fujitsu Siemens müsse mit Mehrbelastungen in Höhe von neun Millionen Euro rechnen, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Paderborn. Fujitsu Siemens betreibe zwar bereits ein eigenes Recycling-Center, müsse aber dennoch große Summen in umweltfreundliche Computerteile investieren.

Aus Sicht des Umweltschutzes dagegen ist die Richtlinie überfällig gewesen, erklärte Bernhard Bauske von der Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) . "Pro Jahr fallen in Deutschland schätzungsweise rund 110 000 Tonnen Computerschrott an", sagte Bauske. Zwar würden PC in Deutschland schon länger wiederverwertet, aber es gebe weltweit immer noch viel Export von alten Computern in Länder wie China. Dort würden Mensch und Umwelt durch unsachgemäßen Umgang stark geschädigt.

Ein Sprecher des deutschen Städte- und Gemeindebundes erklärte, auch auf die Kommunen kämen Belastungen wegen des Abholens des Mülls aus den Privathaushalten zu. Aber für die Entsorgung seien ab August die Hersteller verantwortlich. Die Industrie habe hierfür ein "Elektro-Altgeräte-Register" gegründet, so ein Sprecher von Fujitsu Siemens am Dienstag. Dort sollen sich die Hersteller und Importeure registrieren, auf die dann nach Marktanteilen die Kosten entfielen.

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