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PC: Ende der Faszination

21.02.2001 | 12:02 Uhr |

Personal Computer arbeiten immer schneller, haben immer mehr Speicher und glänzen mit leistungsstarken Grafikkarten und Soundsystemen. Doch aller technischen Fortschritte zum Trotz: Der PC verliert die Faszinationskraft für seine Besitzer immer mehr - falls er sie je fasziniert haben sollte.

Personal Computer arbeiten immer schneller, haben immer mehr Speicher und glänzen mit leistungsstarken Grafikkarten und Soundsystemen. In den PCs von heute stecken moderne Superchips, die vor kurzem noch unter internationale Kriegswaffen-Kontroll-Bestimmungen fielen.

Doch aller technischen Fortschritte zum Trotz: Der PC verliert die Faszinationskraft für seine Besitzer immer mehr. "Der PC, der die digitale Revolution in den vergangenen 24 Jahren getragen hat, hat sich in etwas Langweiliges verwandelt", meint der einflussreiche Kolumnist des "Wall Street Journal", Walter S. Mossberg.

Die auf ständig hohe Wachstumsraten angewiesene Computer-Industrie steckt in einer Sinnkrise. "Die klassische PC-Industrie wird allmählich zur 'Old Economy' der Informationstechnologie", gesteht auch Compaq-Chef Michael Capellas ein. "Wenn wir uns das traditionelle PC-Geschäft anschauen, sehen wir nur noch langsames Wachstum." Warum ständig neu kaufen, fragen sich nicht nur private Anwender.

Diese Einschätzung schlägt sich auch in den aktuellen Marktzahlen nieder: Der Absatz von Personal Computern in Deutschland stieg nach Angaben des Forschungsinstituts Dataquest im vierten Quartal 2000 lediglich um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Selbst die legendären PC-Verkaufsaktionen der Lebensmittelkette Aldi, bei denen sich früher die Kunden um einzelne Rechner geprügelt hatten, laufen inzwischen ganz geregelt ab, und die Pakete sind nicht mehr automatisch nach wenigen Stunden ausverkauft.

Obwohl neue Leistungsmerkmale von Programm-Paketen die PC-Besitzer nicht mehr automatisch zum Umstieg auf neue Systeme bewegen, hofft Michael Dell, Chef von Dell Computer, auf die Dynamik des Software-Marktes. Er glaubt, dass das neue Betriebssystem Windows 2000 von Microsoft sowie das Nachfolge-System XP auch den Verkauf neuer Hardware ankurbeln wird.

"Mehr und mehr Unternehmen steigen auf Windows 2000 um. In diesem Zusammenhang wird auch die Akzeptanz von Systemen mit dem neuen Pentium-4-Chip steigen." Gleichzeitig vertraut Dell auf neue drahtlose Netzwerk-Technologien: "Diese Technik wird ein Katalysator sein, der die Leute zum Umstieg vom fest installierten Computer auf mobile Computer bewegen wird."

Dells Konkurrent Capellas von Compaq hofft darauf, die Schwächen im PC-Markt durch neue Handheld-Computer mehr als ausgleichen zu können. Hersteller wie Apple Computer oder Sony zählen dagegen auf die neue Rolle des Personal Computers als Zentrum der heimischen Multimedia-Landschaft.

Apple-Chef Steve Jobs hatte auf der Fachmesse Macworld Expo sogar eine 'Neue Goldene Ära' der PC-Industrie verkündet. "Der persönliche Computer ist nicht tot, er entwickelt sich weiter. Er steht im Zentrum einer vernetzten Welt des digitalen Lifestyles, dem dritten Goldenen Zeitalter der Computerindustrie." (PC-WELT, 21.02.2001, dpa/ ml)

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