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Sicher und anonym Dateien tauschen

08.04.2009 | 16:15 Uhr |

Offene Peer2Peer-Netze können leicht von staatlichen Behörden und klagefreudigen Copyright-Inhabern unterwandert werden. Abhilfe versprechen anonyme Netzwerke und die so genannten Darknets. Sie bilden nach außen hin abgeschlossene Netzwerke, in die niemand Fremdes reinkommt. Diskretion ist also garantiert.

Peer2Peer-Netze bilden einen Zusammenschluss vieler PCs, unter denen nach Belieben Dateien ausgetauscht werden können. Doch solche P2P-Netze lassen sich leicht von staatlichen Behörden und klagefreudigen Copyright-Inhabern unterwandern. Abhilfe versprechen anonyme Netzwerke und die so genannten Darknets beziehungsweise die Friend-to-friend-Netzwerke. Sie bilden nach außen hin abgeschlossene Netzwerke, in die niemand Fremdes reinkommt. Diskretion ist also garantiert.

Darknet-Technologien werden mittlerweile von etlichen P2P-Clients unterstützt, so auch vom neuen Limewire. Damit kann man schnell ein Darknet in Betrieb nehmen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff Darknet?

Mit einem klassischen Peer2-Peer/Filesharin-Netzwerks kann sich jeder interessierte Internetnutzer verbinden, wenn er eine geeignete Client-Software installiert. Die Daten solcher P2P-Netzwerke liegen entweder auf den angeschlossenen Rechnern oder auf zentralen Servern, je nachdem was für eine P2P-Technologie zum Einsatz kommt. Ein Beispiel für die Lösung mit einem zentralen Server ist das Napstermodell oder Bittorrent. Das Modell mit dem zentralen Server erlangte Berühmtheit durch das ursprüngliche Napster, das lange Zeit der Stachel im Fleisch der Musikindustrie war. Dabei zeigte sich aber auch die entscheidende Schwäche der Server-Clientsmodell: Man muss nur den Server abschalten und schon ist das Filesharing beendet. Deshalb wurden die Modelle ohne zentralen Server populär, wie Gnutella und eMule. Hier liegen die Dateien auf den Rechnern der Nutzer.

Typischerweise agiert bei diesem P2P-Modell der Rechner eines Teilnehmers also als Client und zugleich als Server: Man sucht im P2P-Verbund selbst nach der gewünschten Datei und lädt diese dann von einem fremden PC auf seinen eigenen Rechner herunter, während gleichzeitig andere User ihrerseits die von ihnen gesuchte Datei vom eigenen Rechner ziehen. Jeder Teilnehmer gibt bei dieser Vorgehensweise ein Verzeichnis auf seinem Rechner frei, aus dem sich andere P2P-Teilnehmer dann bedienen können. Besonders beliebt sind natürlich Musik- und Videodateien – Peer2Peer alias Filesharing wurde so zum Synonym für Raubkopientausch. Wer eine P2P-Software auf seinem PC installiert, wird von der Musik- und Filmbranche gleich mal unter Generalverdacht gestellt. Konsequenterweise versuchen die Rechteinhaber illegale Tauschbörsen auszutrocknen, indem sie die IP-Adressen der Teilnehmer ermitteln und diese aufspüren lassen. Danach ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab: Nämlich die der Rechtsanwälte der Musikfirmen an die Filesharer. Doch P2P-Teilnehmer können sich durchaus gegen Eindringlinge in ihr Netzwerk wehren. Mit Zugangsbeschränkungen in Form von Darknets oder durch die Benutzung nichtdirekter und verschlüsselter P2P-Netzwerke.

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