65296

Bittorrent und Co. kämpfen um Bandbreite

22.11.2007 | 11:55 Uhr |

Der Peer-to-Peer-Anbieter Bittorrent will weiter expandieren, aber die Internet-Provider sehen den Dienst weiter nur als ein illegales Filesharing-Tool, das unnötig den Online-Traffic belastet.

Die Internet-Surfer sind heiß auf Multimediainhalte. Musik und Videos werden immer öfter und größtenteils illegal über P2P-Programm wie Bittorrent heruntergeladen. Die amerikanischen Internetprovider wollen dem regen Treiben nun einen Riegel vorschieben.

Comcast , der zweigrößte Internetanbieter in den USA, führt den Feldzug gegen Bittorrent und Co. an. Dazu reduziert das Unternehmen einfach die nutzbare Bandbreite für P2P-Programme. Das Unternehmen sieht sich für alle Nicht-P2P-Nutzer in der Pflicht. Die Bandbreite sollte ihrer Meinung nicht unnötig verbraucht werden, sodass andere darunter leiden.

Unternehmen wie Bittorrent sind nicht davon begeistert, wie Comcast und andere Provider mit ihrem Geschäftsmodell umgehen. Bittorrent plant beispielsweise mit Hollywood-Studios, TV-Shows und Filme über die Peer-to-Peer-Technologie zu vertreiben.

"Internet-Provider wie Comcast wollen das Kind mit dem Bade ausschütten", sagt Ashwin Navin, Präsident und Mitbegründer von Bittorrent. Der P2P-Anbieter schätzt, dass heutzutage bereits 150 Millionen Anwender die Technologie nutzen.

Der P2P-Anbieter Vuze (Azureus) wird ebenfalls ausgebremst. Das Unternehmen wandte sich deshalb an die " Federal Communication Commission ", um Regelungen zu erlassen, die verhindern sollen, dass der Datenfluss behindert wird. Jedoch stellt das Bittorrent-Protokoll für die Internet-Provider ein leichtes Ziel dar: Im Gegensatz zu anderen bandbreiten-belastenden Applikationen wie der Xbox 360 (Live) oder Youtube , wird das Open-Source-Protokoll hauptsächlich dazu benutzt, illegale Software und Multimediainhalte zu verbreiten.

Das Bittorrent-Protokoll ist jedoch eines der besten, wenn es darum geht große Datenmengen über das Internet zu transportieren. Das Protokoll teilt die Dateien in hunderte von kleinen Stücken, die nach dem Download wieder zusammengesetzt werden.

Bigchampagne , ein Unternehmen was den Datentransfer im Internet überwacht, bestätigte, dass in der letzten Oktoberwoche 2007 rund um die Uhr mindestens 92.000 Dateien der Top-100 Filme gleichzeitig mit einer Bittorrent-Software heruntergeladen wurden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
65296