26.09.2003, 12:43

Eric Bonner

P2P-Klage: RIAA schont Macintosh-Besitzerin

Saubere Arbeit. Die US-Musikindustrie hat eine Klage gegen eine der 261 Privatpersonen, die sie wegen der illegalen Verbreitung von Musik-Dateien vor Gericht zerrte, fallen gelassen. Der Grund: Die Betroffene konnte nachweisen, dass sie lediglich einen Macintosh-Computer besitze - damit stand der Vorwurf der RIAA, die Filesharing-Software Kazaa genutzt zu haben, auf etwas wackligen Beinen.

Die Recording Industry Association of America (RIAA) hat eine Klage gegen eine der 261 Privatpersonen, die sie wegen der illegalen Verbreitung von Musik-Files vor Gericht zerrte, fallen gelassen. Der Grund: Die Betroffene konnte nachweisen, dass sie lediglich einen Macintosh-Computer besitzt - damit stand der Vorwurf der RIAA, die Filesharing-Software Kazaa genutzt zu haben, auf etwas wackligen Beinen. Dies geht aus einem Bericht der Electronic Frontier Foundation (EFF) hervor.
Die 65-jährige Sarah Ward aus Massachusetts zeigte sich in einer ersten Stellungnahme zu dem für sie ja eigentlich sehr erfreulichen Ausgang besorgt. Sie sorge sich in besonderem Maße um diejenigen, denen eventuell keine solche Unterstützung zuteil werde wie ihr, um sich zu verteidigen und den Namen rein zu waschen, so Ward.
Die RIAA hatte Ward ausschließlich auf Basis von Screen-Shots vom Kazaa-Netzwerk sowie mit Hilfe von Informationen von Wards Internet Service Provider verklagt. Um die Informationen vom ISP zu bekommen, stützte sich die RIAA auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA).
"Der Fall Sarah Ward demonstriert die rücksichtslose, beängstigende Natur von RIAAs Kampagne gegen normale Amerikaner", erklärte Cindy Cohn, "Legal Director" der Electronic Frontier Foundation (EFF). "Diese Plattenlabel haben ihre Privatsphäre verletzt, hätten sie auf Millionen von Dollar verklagt und haben sie gezwungen, einen Verteidiger zu nehmen, bis schließlich erkannt wurde, dass sie keinen Fall gegen Ward haben", so Cohn weiter.
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