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P2P: 750 US-Dollar Strafe pro Song

13.12.2005 | 14:11 Uhr |

Ein Berufungsgericht hat laut US-Medienberichten ein Urteil gegen eine Frau aus Chicago bestätigt, nachdem diese pro herunter geladener illegaler Musik-Datei eine Strafe in Höhe von 750 US-Dollar zahlen muss.

Ein US-Gericht hatte eine Frau aus Chicago dazu verurteilt, 22.500 US-Dollar Strafe für den illegalen Download von insgesamt 30 Musikstücken zu zahlen. Der Fall ging in die Berufung, aber auch das Berufungsgericht bestätigte das Urteil der vorangegangenen Instanz.

Die 29-jährige Frau hatte laut eigenen Angaben die Songs zunächst illegal mittels einer P2P-Tauschbörse aus dem Internet besorgt, um diese anzuhören und sich dann zu entscheiden, welche Songs sie kaufen will. Der Anwalt der Frau plädierte darauf, dass die Frau damit nicht die Urheberrechte verletzt habe.

Das Gericht wollte dieser Argumentation aber nicht folgen und verglich das Handeln der Frau mit Ladendiebstahl. Zudem wurde ihr vorgeworfen, dass sie keinen der illegal herunter geladenen Songs von der Festplatte gelöscht habe. Außerdem machten die Richter des Berufungsgerichts die Frau darauf aufmerksam, dass sie auch wegen über 1000 Musik-Dateien hätte verklagt werden können und nicht nur wegen der 30, die ihr die US-Musikverband RIAA vorgeworfen hatte.

Ursprünglich hatte die RIAA der Frau eine außergerichtliche Einigung vorgeschlagen. Dazu hätte die Frau eine Strafe von 3500 US-Dollar zahlen müssen. Sie weigerte sich allerdings, so dass die RIAA Klage einreichte. Ein Bundesgericht verurteilte dann die Frau dazu, pro Song eine Strafe in Höhe von 750 US-Dollar zu zahlen. Gegen diese Entscheidung ging die Frau in die Berufung und verlor diese nun Ende letzter Woche. Die Frau könnte sich jetzt an den Obersten Gerichtshof wenden, allerdings wird nicht damit gerechnet, dass sie dort überhaupt angehört wird.

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