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Outsourcing: Nicht selten scheitern Projekte an den Mitarbeitern

28.07.2006 | 13:38 Uhr |

Eine gute interne Kommunikation sorgt dafür, dass die Auslagerung weitgehend akzeptiert wird.

Mehr als ein Drittel (36 Prozent) aller großen Outsourcing-Projekte sind schon einmal bei Umstrukturierungen oder Personaltransfers ins Straucheln geraten. In 15 Prozent der Fälle musste das Projekt sogar abgebrochen werden. Das hat eine von IDC im Auftrag des IT-Dienstleisters Logica CMG betriebene Umfrage unter 200 Entscheidungsträgern in französischen, britischen und deutschen Großunternehmen ergeben.

Für 34 Prozent der Befragten ist das Hauptproblem die fehlende Outsourcing-Akzeptanz seitens der Mitarbeiter. 24 Prozent konnten den betroffenen Beschäftigten keine ausreichenden Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Eine effiziente Kommunikation hilft, solche Schwierigkeiten zu vermeiden oder zumindest zu verringern, argumentieren die Autoren der Studie. Sie empfehlen daher, schon zu Beginn des Projekts ein Gesamtbild der neuen Struktur, der Unternehmensphilosophie und des geografischen Standorts zu vermitteln. Ferner komme es darauf an, die Aufgaben der eigenen Beschäftigten von denen des IT-Dienstleisters klar abzugrenzen und einen detaillierten Fahrplan für die Zukunftsperspektiven der Mitarbeiter zu erstellen.

"Der soziale Aspekt einer Outsourcing-Vereinbarung - und dabei insbesondere die Mitarbeiterkommunikation - erfordert sehr viel Feingefühl", fasst Andrew de Cleyn, Senior Vice President Global Service Delivery bei LogicaCMG, zusammen. "Soziale Konflikte aber können zu einer immensen Verzögerung des Vertragsabschlusses führen."

Die entscheidenden Kriterien für die Wahl des Dienstleisters sind zwar nach wie vor der Preis und die technische Kompetenz des künftigen Partners. Wie die Studie zeigt, gewinnen Vertrauen und die kommunikative Kompetenz des Providers gegenüber den Mitarbeitern des Kunden aber zunehmend an Bedeutung. So ist Vertrauen mittlerweile für 84 Prozent der Unternehmen das wichtigste Kriterium. Entscheidend ist dabei, dass der IT-Dienstleister über transparente Strukturen verfügt und in der Lage ist, mit sämtlichen Herausforderungen umzugehen und den Kunden vor und während der Kooperation zu beraten. Auch die geografische Nähe und eine Partnerschaft mit klar strukturierten Zuständigkeiten gelten als wichtige Voraussetzungen für ein Vertrauensverhältnis zwischen Auftraggeber und Provider. (sp)

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