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Outsourcing: IT-Jobs verlassen Indien wieder

04.07.2007 | 11:50 Uhr |

Schwappt die Welle langsam zurück? Nachdem Indien lange Zeit als das Ziel schlechthin für Outsourcing und Softwareentwicklung galt, schließen mittlerweile die ersten Unternehmen ihre indischen Niederlassungen und holen die ausgelagerten Bereiche zurück. Der Grund klingt paradox: Die Löhne in Indien gelten vielfach als zu hoch.

Vom amerikanischen Silicon Valley nach Bangalore in Indien. So sah lange Zeit der Weg aus, den IT-Entwicklungsabteilungen gingen. Doch mittlerweile ist diese Route keine Einbahnstraße mehr, Jobs werden vom indischen Subkontintent weg wieder nach Hause zurück verlagert. Das berichten indische Tageszeitungen.

In Indien steigen nämlich ebenfalls die Löhne, qualifizierte Entwickler verdienen immer mehr. Damit bleibt von den beiden Argumenten für eine Arbeitsplatzverlagerung nach Indien - nämlich die Qualität der indischen Programmierer und deren niedrige Löhne - nur noch ersteres bestehen. Und das scheint immer mehr westlichen Unternehmen zu wenig zu sein. Sofern sie ihre Entwicklungsabteilungen nicht in andere Schwellen- oder Dritte-Weltländer verlagern - hier steht beispielsweise Nordafrika hoch im Kurs - werden die Abteilungen gleich ganz in die USA oder nach Europa zurückgeholt.

Der Chef eines US-Unternehmens, das seine Büros in Bangalore gerade geschlossen hat, äußerte sich zum Standort Indien folgendermaßen: "Die Gehälter in Bangalore sind wie wahnsinnig gestiegen." In nackten Zahlen liest sich das so: Ein indischer Spezialist konnte sich von 2005 auf 2006 über einen Gehaltssprung von 15 Prozent freuen. Im gleichen Zeitraum konnte ein US-Entwickler eine 3-prozentige Gehaltserhöhung verbuchen. Der durchschnittliche bezahlte Stundensatz, der sowohl Juniorprogrammierer als auch technische Leiter und Projekt-Manager einbezieht, kletterte von 20 bis 26 Dollar auf 22 bis 30 Dollar. Je nachdem, wie sich Teams zusammensetzen, schwankt der Durchschnittswert.

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