09.01.2007, 15:14

Hans-Christian Dirscherl

Organisierte Online-Kriminalität wird eine immer größere Bedrohung

Für das Jahr 2007 erwartet das Sicherheits-Unternehmen Websense zunehmende Sicherheitsrisiken im Internet. Die Online-Kriminalität wird noch besser organisiert auftreten.
Websense ist ein Anbieter von softwarebasierten Web-Security-Lösungen. Das Unternehmen warnt für 2007 vor noch mehr Gefahren aus dem Internet, die unter anderem durch Web 2.0 gefördert würden.
Die Sicherheitsexperten warnen in ihrem Ausblick auf das Jahr 2007 vor allem vor organisierter Online-Kriminalität. Bereits 2006 haben sich immer häufiger Straftäter und Hacker zusammengetan und einen Handel mit Tools aufgezogen, mit denen sich gezielt Angriffe auf Sicherheitslücken
(Zero-Day-Vulnerabilities) starten lassen. Solche Cyber-Attack-Toolkits werden offen im Web angeboten und können beispielsweise für Phishing-Raubzüge genutzt werden.
Würmer und Viren dagegen haben viel von ihrem Schrecken verloren. Die größte Bedrohung im Bereich der Malware geht heute eher von Trojanischen Pferden als von Würmern aus. Auch Cross-Site-Scripting-Angriffe haben deutlich zugenommen. Hier werden Webseiten-übergreifend Sicherheitslücken ausgenutzt, indem Informationen aus einem nicht vertrauenswürdigen Kontext in einen Kontext eingefügt werden, in dem sie als vertrauenswürdig eingestuft sind.
Websense warnt auch vor den immer beliebter werdenden Anti-Phishing-Toolbars. Kriminelle haben dieser Entwicklung nicht tatenlos zugesehen. Sie machten Schwachstellen ausfindig und versuchen nun die Schutzmaßnahmen zu umgehen und auszuschalten.
Äußerst gefährliche Entwicklungen gibt es auch bei den Botnetzen zu verzeichnen, wie Websense meint. Botnetze würden nicht mehr über IRC oder HTTP, sondern über neuartige Kommunikationsprotokolle gesteuert werden. Die Verschlüsselung der ausspionierten Informationen und mehrfach vorhandenen Steuerzentren, von denen aus die Botnetz-Betreiber agieren, erschwert den Ermittlern die Arbeit.
Auch zum Web 2.0 äußert sich Websense. Michael Kretschmer, Regional Director Central Europe bei Websense in Köln: " Interaktive Web-Seiten sind enorm populär. Werden keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen getroffen, bieten soziale Netzwerke und Communities eine neue Plattform für Identitätsdiebstahl und Betrug."
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