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Oral-B Genius: Zahnbürste mit Smartphone-Überwachung

23.02.2016 | 09:55 Uhr |

Oral-B hat mit der Genius eine elektrische Zahnbürste vorgestellt, die das Zähneputzen per Smartphone-Kamera überwacht. Putzerfolge kann man zudem per Facebook teilen.

Wenn es nach Oral-B geht, putzen wir in Zukunft unsere Zähne nur noch zusammen mit einem Smartphone und unter Kamera-Überwachung. Denn die Genius Toothbrush, die Oral-B jetzt auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt hat, fordert genau das: Smartphone und Kamera-Überwachung.

Dazu wird das Smartphone an einem Halter befestigt, der wiederum mit einem Saugnapf am Badezimmerspiegel festgemacht ist. Die Kamera des Smartphones filmt dann während des Zähneputzens unser Gebiss.

Oral-B Genius: Zahnbürste mit Smartphone-Überwachung
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© Oral-B

Der Smartphone-Halter für den Badezimmerspiegel gehört zum Lieferumfang der Oral-B. Der Halter ist aber noch nicht alles. Eine App berechnet unter Berücksichtigung der Bilddaten vom Smartphone und der Positionsdaten von der Zahnbürste (in die Genius ist ein Bewegungssensor eingebaut), ob Sie auch wirklich jeden einzelnen Zahn beziehungsweise Quadranten perfekt gereinigt haben. Die Schnittstelle zwischen der Zahnbürste und der Smartphone-Kamera ist genau diese App von Oral-B, die auf dem Smartphone installiert werden muss. Die Daten werden per Bluetooth übertragen. Die App (für iPhone und Android) zeigt dem Nutzer zudem während des Putzvorgangs an, wo er gerade putzt. Während des Zähneputzens muss man stets in die Smartphonekamera blicken, andernfalls schlägt die App Alarm.

Zusätzlich liefert Oral-B noch einen “SmartRing” mit, der die Zahnbürste in zwölf Farben während des Putzvorgangs schmückt. Und natürlich gibt es auch die unvermeidlichen Belohnungen von einem Cloud-Service. Das kennt man ja schon von den Fitnesstrackern. Die Ergebnisse kann man dann natürlich im Internet, zum Beispiel auf Facebook, mit anderen Zahnschrubbern teilen. Da lacht das Zahnarztherz.

Wie gehabt, warnt die Zahnbürste auch, wenn man zu fest aufdrückt. Das kennt man auch von herkömmlichen Elektro-Zahnbürsten.
Oral-B will die Genius Toothbrush ab Juli verkaufen. Zum Preis gibt es noch keine Angaben.

Internet of Things – smart oder unsmart

Fast schon krampfhaft mühen sich die Hersteller von weißer oder brauner Ware ab, uns die Vorteile von Internetzugang und IT-bedingter „Intelligenz“ in so normalen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Herdplatten oder Kaffeemaschinen mit Begriffen wie „Internet of Things“ (IoT) oder „smart“ nahezubringen.

Über die Sinnhaftigkeit eines Kühlschranks, der ständig mit dem Internet verbunden ist, um unsere Milchvorräte aufzufüllen, oder einer Espressomaschine, die vom Smartphone aus bedient wird, darf man aber durchaus diskutieren. Denn Smartphone-App hin oder her, letztendlich muss man ja doch zur Maschine gehen und mindestens die Espresso-Tasse abholen.

Ob wiederum die viel gepriesenen Smartmeter als Ersatz für herkömmliche Stromzähler wirklich beim Stromsparen helfen, muss sich erst noch zeigen. Sicher ist nur: Sie kosten in der Anschaffung erst einmal deutlich mehr Geld. Und überwachen dann rund um die Uhr das Nutzungs- und Anwesenheitsverhalten der Bewohner – der Datenschutz lässt grüßen. Die gleichen Zweifel darf man bei Rauchmeldern haben, die unbedingt mit dem Internet verbunden sein müssen und von einer externen Firma überwacht und gewartet werden müssen.

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