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Oracles CRM-on-Demand geht mit Web 2.0 in die 14. Runde

30.07.2007 | 10:35 Uhr |

Oracle spendiert seiner mit der Siebel-Akquisition übernommenen CRM-on-Demand-Lösung im 14. Release mehr Anpassungsmöglichkeiten durch Web-2.0-Techniken.

Mit der 14. Version innerhalb von dreieinhalb Jahren will Oracle in erster Linie die Bedienbarkeit, Anpassungsmöglichkeiten sowie die Integration seines Siebel-CRM-on-Demand-Angebots verbessern. Mit Hilfe von Web-2.0-Techniken beabsichtigt der Softwarekonzern, die Produktivität und die Akzeptanz der Nutzer für das System zu erhöhen.

Oracle zufolge wird die Bedienung der On-Demand-Lösung mit Release 14 einfacher. Demnach benötigten Anwender weniger Navigationsschritte, Mausklicks und Seitenaktualisierungen. Zudem könnten die Nutzer Elemente wie Listen und Favoriten frei auf ihrer Seite platzieren und damit ihre Arbeitsoberfläche individuell einrichten.

Des Weiteren soll die neue Version Herstellerangaben zufolge Funktionen bieten, mit deren Hilfe Anwender Prozesse, Daten und Schnittstellen einfacher modifizieren könnten. Die Möglichkeit, Referenzverfahren in das System einzubinden sowie verschiedene Layouts für unterschiedliche Aufgaben zu definieren, komplettiert die neuen Anpassungsmöglichkeiten.

Oracle wirbt außerdem mit verbesserten Integrationsmöglichkeiten für sein neues CRM-Mietangebot. Anwender könnten schnell und einfach Verbindungen zu anderen Business-Applikationen aufbauen. Das On-Demand-Angebot basiert auf der Oracle-eigenen Fusion Middleware. Dafür bietet der Hersteller vorkonfigurierte Integrationspakete, die sich außerdem je nach Anforderung der Anwender erweitern lassen sollen.

Oracle bietet seinen On-Demand-Kunden mit der CRM-Anwendung weitere Zusatzfunktionen. Laut Anbieter sind Analyse-Funktionen sowie ein Data Warehouse in dem Mietangebot integriert. Außerdem können die Anwender ein virtuelles Call Center nutzen, ohne dass sie eine eigene Telefoninfrastruktur aufbauen müssen. Brancheneditionen sollen den Konfigurationsaufwand für die Kunden verringern. Der Konzern verlangt für seine CRM-on-Demand-Lösung 70 Dollar pro Nutzer und Monat.

Oracle konkurriert mit seinem CRM-Miet-Angebot gegen den On-Demand-Pionier Salesforce.com . Dieser hatte erst kürzlich seine Summer-Edition 07 vorgestellt (siehe auch: Salesforce kündigt das Summer Release 07 an ). Mit dem neuen Release integriert Salesforce.com seine Apex-Plattform. Damit sollen Partner und Kunden in die Lage versetzt werden, eigene Applikationen sowie Erweiterungen für die On-Demand-Plattform von Salesforce.com zu entwickeln. Der Anbieter von Softwareservices verspricht sich davon einen raschen Ausbau des Mietangebots und damit mehr Kunden (siehe auch: Salesforce.com: Die Plattform ist der Service ).

Salesforce.com, das eigenen Angaben zufolge weltweit 32.300 Kunden betreut, verlangt 65 Dollar pro User und Monat und ist damit etwas günstiger als Oracle. In das Preisgefüge könnte allerdings bald Bewegung kommen: Microsoft hat angekündigt, mit Kampfpreisen für sein CRM-on-Demand-Angebot auf Kundenfang zu gehen (siehe auch: SaaS: Microsoft will Salesforce.com Mit Kampfpreisen angreifen ). Inwieweit Oracle hier dagegen halten kann und will, ist derzeit nicht abzusehen. Der Konzern muss außerdem dafür sorgen, dass kleine und mittlere Unternehmen ihre Berührungsängste mit Siebel-CRM-on-Demand verlieren. Die On-Premise-Lösung des CRM-Spezialisten gilt nach wie vor all das umfangreichste Angebot am Markt für Kunden-Management. Allerdings haben die entsprechenden Projekte den Ruf, komplex und vor allem teuer zu sein. Vorurteile, die gerade im Mittelstand nicht gern gehört werden.

Viele Softwarehersteller, deren klassisches Geschäftsmodell auf Lizenzverkäufen und Wartung basiert, tun sich außerdem schwer mit dem On-Demand-Business. So auch Oracle: Zwar beteuert der Softwarekonzern, bereits seit Jahren das On-Demand-Geschäft zu forcieren. Von dem Ziel, die Hälfte seines Umsatzes mit Softwaremiete zu erwirtschaften, sind die Oracle-Verantwortlichen allerdings weit entfernt (siehe auch: Jürgen Rottler, Oracle: On-Demand ist eine Waffe gegen SAP ). Im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 verbuchte Oracle unter dem Posten On-Demand-Geschäft Einnahmen in Höhe von 557 Millionen Dollar. Trotz der 40-prozentigen Steigerung im Vergleich zum vorangegangenen Jahr machen die Mieteinnahmen nur einen Bruchteil des Oracle-Geschäfts aus. Der Anteil an den Gesamteinnahmen lag bei gerade einmal 3,1 Prozent. Im Vergleich zu den Softwareumsätzen kommt das On-Demand-Business auf einen Anteil von 3,9 Prozent. (ba)

Der Artikel stammt von computerwoche.de . Computerwoche ist die führende Zeitschrift für IT-Entscheider in Deutschland.

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