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SAP-Tochterunternehmen soll auch spioniert haben

18.04.2008 | 13:29 Uhr |

Mit dem Wissen des SAP-Managements soll ein zu SAP gehörendes Unternehmen in Oracles Firmennetzwerk eingebrochen sein und Daten und Software gestohlen haben.

Oracle weitet seine Industriespionage-Vorwürfe gegen SAP aus. Angeblich steckt auch die SAP-Tochter TomorrowNow mit drin und hat Software von Oracles Servern gestohlen. Außerdem hätten Manager von SAP, deren Namen nicht genannt wurden, von der Industriespionage gewusst. Larry Ellisons Firma will deshalb ihre Klage erweitern und darin "ein Muster von Rechtsverstößen aufzeigen, das anders geartet und noch schwerwiegender" sei als in der ursprünglichen Klageschrift dargelegt.

Anwälte von SAP reagierten mit dem Vorwurf, Oracle übertreibe seine Behauptungen, verwende Gerichtsunterlagen "als Pressemeldungen" und versuche, das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen. "Entgegen den Ermahnungen von Richter Jenkins reicht Oracle weiterhin überzogene Behauptungen ein, die als prozessrelevant getarnt sind", schreiben die Rechtsbeistände.

Oracle hatte SAP vor einem Jahr verklagt und dabei erklärt, Mitarbeiter der SAP-Support-Tochter TomorrowNow hätten sich fälschlich als Oracle-Kunden ausgegeben, um von Oracle-Servern unrechtmäßig Software-Patches und andere Unterstützungsmaterialien herunterzuladen. SAP hat dies in Teilen eingeräumt und seither verschiedene Manager bei TomorrowNow geschasst . Der Walldorfer Konzern bemühte sich zudem um einen außergerichtlichen Vergleich, auf den sich Oracle aber nicht einlassen will. (tc)

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