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Oracle kauft Siebel für 5,85 Milliarden Dollar

Oracle übernimmt den Anbieter von Anwendungssoftware für Unternehmen für 5,85 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) in bar.

Der US-Softwareriese Oracle Corp. setzt mit dem Kauf des Wettbewerbers Siebel Systems Inc. seine Übernahmeserie fort und macht dem deutschen Konkurrenten SAP weiter Druck. Oracle übernimmt den Anbieter von Anwendungssoftware für Unternehmen für 5,85 Milliarden Dollar (4,8 Mrd Euro) in bar und zahlt 10,66 Dollar je Siebel-Aktie, teilte die Gesellschaft mit. Oracle blättert damit nach Abzug der liquiden Siebel-Mittel von 2,24 Milliarden Dollar insgesamt 3,61 Milliarden Dollar hin.

Oracle-Konzernchef Larry Ellison will mit der Übernahmestrategie rascher zum weltweiten Unternehmenssoftware-Branchenführer SAP aufschließen. Oracle hatte in diesem Jahr bereits ein halbes Dutzend Softwarefirmen geschluckt. Im Januar übernahm Oracle den großen Konkurrenten Peoplesoft für 10,3 Milliarden Dollar und später die US-Softwarefirma Retek für 631 Millionen Dollar. Bei Retek hatte Oracle den Rivalen SAP in einer Übernahmeschlacht ausgebootet. Mit der zunehmenden Betonung von Anwendungssoftware will Ellison die starke Abhängigkeit vom Datenbankengeschäft vermindern. Dort ist Oracle unumstrittener weltweiter Marktführer.

Der Walldorfer Software-Riese SAP gab sich nicht überrascht. "Wir haben damit gerechnet", sagte SAP-Sprecher Herbert Heitmann. Der Kauf sei im Sinne von Oracles Akquisitionsstrategie konsequent. "Genauso konsequent ist es, dass wir unsere Kunden nicht kaufen, sondern gut bedienen", sagte er. Auch die neue Übernahme sei kein Grund, von dieser Strategie abzuweichen. Oracle habe noch einen langen Weg vor sich, wenn es so groß wie SAP werden wolle. Der US-Konkurrent habe im vergangenen Quartal nicht an organischem Wachstum zugelegt. "Die Kunden gehen nicht freiwillig dahin", sagte er. Sie würden durch Aufkäufe gezwungen. Zudem habe SAP im Bereich der CRM-Software so aufgeholt, das es inzwischen ein Erhebliches des Siebel-Umsatzes mache. Auch weltweit ändere sich mit der Übernahme nichts.

Oracle werde durch den Siebel-Kauf auf einen Schlag weltgrößte CRM-Anwendungssoftwarefirma, betonte hingegen Ellison. Mit CRM- Software überwachen Gesellschaften die Beziehungen zu ihren Kunden. Damit stärke Oracle seine Spitzenposition bei Anwendungssoftware in Nordamerika und komme näher an die globale Position Nummer eins heran, erklärte Ellison.

Siebel befindet sich in den roten Zahlen und hat in seinem Softwarebereich die Führungsposition in diesem Jahr an SAP verloren. SAP bleibt im gesamten Anwendungssoftware-Bereich für Unternehmen weltweiter Branchenführer vor Oracle.

Siebel habe 4000 CRM-Verwender und 3,4 Millionen Nutzer in aller Welt. Es handele sich um den am schnellsten wachsenden Anwendungssoftware-Bereich. Siebel-Chef und Gründer Thomas M. Siebel sprach von einer sehr vorteilhaften Geschäftskombination und hob die Entwicklungskapazitäten von Oracle hervor. Er will für die Transaktion stimmen. Die Siebel-Aktionäre müssen die Transaktion noch genehmigen. Sie soll Anfang 2006 vollzogen werden. Die Wettbewerbsbehörden dürften den Kauf genau unter die Lupe nehmen.

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