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Intels Atom bekommt Netbook-Konkurrenz

13.11.2008 | 14:27 Uhr |

Der für Handy-Chips bekannte britische Hersteller ARM greift nun auch nach dem Netbook-Markt.

ARM arbeitet mit Canonical an einer speziellen Variante der Linux-Distribution Ubuntu . Die neue Betriebssystem-Variante soll Netbooks und andere schlanke Computer auf Basis von ARM-Prozessoren ermöglichen. Insbesondere durch hohe Energieeffizienz will ARM dabei mit Intels Atom-Prozessor konkurrieren können. "Wir halten Batterielaufzeiten von einem Tag für möglich", meint Philippe Robin, ARM Linux Program Manager.

Die ARM-Version von Ubuntu soll eine vollwertige Desktop-Erfahrung bieten und wird dazu speziell für Prozessoren in ARMv7-Architektur optimiert. "Das ist eine natürliche Entwicklung für Ubuntu, getrieben von der Herstellernachfrage nach einer Version auf Basis von ARM-Technologie", sagt Canonical-COO Jane Silber. Erfolg verspricht Canonicals Erfahrung mit dem Zuschnitt von Ubuntu auf schlanke Plattformen. So gibt es beispielsweise den "Netbook Remix" für Atom-basierte Geräte sowie die "Mobile Internet Device Edition". Nun wird eine Variante folgen, die speziell auf ARMs Prozessorarchitektur zugeschnitten ist und ab April 2009 verfügbar sein soll.

Mit dieser speziellen Ubuntu-Version drängt ARM aus einer anderen Richtung als Intel auf den Netbook-Markt. "Das Ziel von ARM und unseren Partnern ist, die langjährige Erfahrung aus dem Mobiltelefonie-Bereich zu nutzen", betont Robin. Ein Vorteil, der sich daraus ergeben soll, ist eine im Vergleich zu aktuellen Netbooks noch längere Batterielaufzeit. "Wir haben viel Erfahrung mit Systems-on-a-Chip mit integrierten Multimedia-Funktionen", meint Robin weiters. ARM ist zuversichtlich, beispielsweise bei der Videowiedergabe Stärken ausspielen zu können. ARMv7-Prozessoren wie dem mit bis zu einem Gigahertz getakteten "Cortex-A8" und dem Multi-Core-Chip "Typ Cortex-A9" versprechen auch grundsätzlich genug Leistungsfähigkeit für den Netbook-Bereich.

Doch nicht nur von ARM droht Intel verschärfte Netbook-Konkurrenz. Seit Juni verdichten sich Hinweise, dass AMD an einem Prozessor für schlanke Computer wie Netbooks arbeitet. Bei einem heutigen Analystentreffen könnten dazu Details bekannt gegeben werden. "Wir werden unsere Pläne für den Eintritt in den Ultraportable-Markt und die Bereitstellung neuer Plattformen für die Schlüsselbereiche des Wachstums im Mobilbereich erläutern", so ein AMD-Sprecher gegenüber Cnet. (pte/jp)

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