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DVD-Piraterie nimmt weiter zu

10.07.2008 | 13:29 Uhr |

Das illegale Kopieren von DVDs nimmt weiter zu. Wie eine aktuelle Studie von Futuresource Consulting in Großbritannien und den USA zeigt, fertigt jeder dritte Nutzer Raubkopien von Filmen an.

Die Befragung unter 3.613 Konsumenten führte zu dem Ergebnis, dass die Piraterie innerhalb eines Jahres deutlich zugenommen hat - im Vorjahr noch erstellte nur jeder Vierte eine illegale Kopie. Am stärksten neigen Männer zwischen 18 und 24 Jahren zum Raubkopieren. In Großbritannien zeigt sich vor allem ein Trend zum Kopieren von TV-Sendungen auf DVD. Während im vergangenen Jahr 42 Prozent sagten, sie würden Fernsehsendungen unerlaubt kopieren, sind es 2008 bereits 61 Prozent.

Besonders häufig kopiert werden ausgeliehene DVDs. Sowohl Amerikaner als auch Briten zeigen eine Vorliebe dafür, Filme zu kopieren, die sie entweder in einer Videothek geliehen oder im Bekanntenkreis geborgt haben. Vorrangig gefragt sind Neuerscheinungen . So kopierten die Nutzer in Großbritannien über einen Zeitraum von sechs Monaten im Schnitt 13 neue Titel und neun ältere. In den USA lag das Verhältnis zwischen neuen und älteren Erscheinungen bei 7,4 gegenüber sechs Titel. Hierzulande wird das Internet allerdings als sehr viel größeres Problem angesehen als das sogenannte Offline-Kopieren. "Das Hauptproblem liegt im Internet-Bereich, wo der absolute Großteil der Raubkopien genutzt wird", sagt Oliver Trettin, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV), gegenüber pressetext. Für einen massiven Anstieg der DVD-Piraterie, wie in der Studie erhoben, gebe es in Deutschland keine Belege.

Wo immer das Produkt DVD für die Öffentlichkeit verfügbar sei, so wie im Verleih, entstünden natürlich Risiken und die Möglichkeit des Kopierens, ergänzt Trettin. "Allerdings ist es oftmals so, dass bereits zum Verleihstart Filme im Internet auch illegal verfügbar sind und so der Verleih sicherlich nicht die erste Quelle ist." Beim Thema Kopierschutz muss laut Trettin zwischen dem digitalen DRM und dem Kopierschutz, der letztlich tatsächlich das Kopieren und Rippen des Films von einer DVD unterbinden soll, unterschieden werden. "Hier gibt es neuere, sehr effektive Techniken, die für den absoluten Großteil der Bevölkerung eine unüberwindbare Hürde darstellen", erklärt der Branchenexperte. Im Bereich des DRM sei außerdem zu beachten, dass dadurch nicht nur eine unberechtigte Nutzung verhindert werden soll, sondern "auch andere Aspekte eine Rolle spielen, wie Jugendschutz, territoriale Verbreitung und die konkrete Ausgestaltung eines digitalen Filmangebots".

Zum Kopieren der DVDs werden laut Studie sowohl analoge als auch digitale Verfahren eingesetzt. Vorwiegend wird von einem DVD-Player auf einen Rekorder überspielt oder eine gängige PC-Software zum Brennen von DVDs benutzt. Neben den weit verbreiteten Kopien von Verleih-DVDs werden natürlich auch jene Filme kopiert, die sich im eigenen Besitz der Nutzer befinden. Auf die Frage, ob sie die Filme rechtmäßig erworben hätten, wenn es keine Möglichkeit zum Kopieren gegeben hätte, antworteten die Nutzer mehrheitlich mit Ja. In Großbritannien sagten 63 Prozent, sie würden in diesem Fall einige oder sogar alle DVDs kaufen, in den USA waren 77 Prozent zum Erwerb bereit. Bevorzugt würde dabei Neuware zu herabgesetzten Preisen. (pte)

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