09.12.2010, 10:44

Benjamin Schischka

Operation Payback

Hacker greifen vermeintliche Wikileaks-Gegner an

Mastercard, Visa, PayPal – koordiniert greifen Hacker Unternehmen an, die in der jüngsten Vergangenheit Wikileaks behindert haben. Mit Denial-of-Service-Attacken legen sie deren Webseiten lahm.
Weil sich Finanzdienstleister wie Mastercard und Visa weigern, Spendenzahlungen für Wikileaks abzuwickeln, rufen Unterstützer der Enthüllungsplattform zur „Operation Payback“ auf. Seit Mittwoch greifen sie die Internetseiten der Unternehmen mit Denial-of-Service-Attacken (DoS) an. Dabei wird ein Webserver mit so vielen Anfragen bombardiert, bis er zusammenbricht. Vorübergehend waren die Seiten der Angegriffenen deshalb nicht erreichbar.
Auch PayPal und die Schweizer Bank, die das Konto von Wikileaks-Sprecher Assange eingefroren hat, sollen angegriffen worden sein. Weiter soll die Webseite des Anwalts auf der Liste stehen, der die beiden schwedischen Frauen vertritt, die angeblich von Assange vergewaltigt worden waren. Die Angriffe wurden zum Teil über den Twitter-Account „@Anon_Operation“ koordiniert. Dieser ist zwar mittlerweile „supendiert“, wie es Twitter ausdrückt, Ableger existieren aber weiter.
BBC berichtet, dass PayPal das Wikileaks-Konto aufgrund eines Briefes des US State Department geschlossen habe. Der Brief weise darauf hin, dass die Wikileaks-Aktivitäten illegal seien. Ein Mitarbeiter des US-Ministeriums für öffentliche Angelegenheiten habe danach eine Einflussnahme der Regierung auf Wikileaks ausgeschlossen. Trotzdem dürfte der Bericht neues Öl ins Feuer der Aktivisten gießen.
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