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Operation Global Blackout

Anonymous will Internet am 31. März abschalten

16.02.2012 | 14:01 Uhr |

Im Web ist eine Mitteilung aufgetaucht, die von Anonymous stammen soll. In dieser Mitteilung droht die Hackergruppe mit der weltweiten Abschaltung des Internets.

Im Internet ist eine Mitteilung aufgetaucht, die im Namen der Hackergruppe Anonymous verfasst wurde und in der die "Operation Global Blackout" angedroht wird. Im Rahmen dieser Operation will die Hackergruppe am 31. März das gesamte Internet abschalten. Damit, so heißt es in der Mitteilung, wolle man gegen das US-Gesetzesvorhaben SOPA, gegen die Wallstreet, gegen "unverantwortliche Anführer" und Bänker protestieren, die die Welt "egoistisch" ausnutzen.

In der Ankündigung werden anschließend alle 13 Root-DNS-Server aufgelistet, die angegriffen werden sollen, um die Abschaltung zu erzwingen. Dabei sollen konkret folgende Root-DNS-Server angegriffen werden:

1) 198.41.0.4 2) 192.228.79.201 3) 192.33.4.12 4) 128.8.10.90 5) 192.203.230.10 6) 192.5.5.241 7) 192.112.36.4 8) 128.63.2.53 9) 192.36.148.17 10) 192.58.128.30 11) 193.0.14.129 12) 199.7.83.42 13) 202.12.27.33

Bei 198.41.0.4 handelt es sich beispielsweise um von VeriSign betriebene Root-Server, die auch in Frankfurt stehen. Eine Auflistung aller Root-DNS-Server finden Sie auf http://root-servers.org/ .

Ein erfolgreicher Angriff auf alle Root-DNS-Server hätte zufolge, dass nach einer Eingabe einer URL diese nicht mehr in eine IP-Adresse umgewandelt werden könnte. Der Aufruf von www.pcwelt.de wäre damit nicht möglich, sondern die Anwender müssten die IP-Adresse der Website kennen und diese im Brower eingeben. Im Falle von PCWELT.de müsste in der Adresszeile also 62.146.91.230 eingegeben werden. Da die Mehrheit der Internet-Nutzer im Internet über URLs surft, wäre damit praktisch durch den Angriff auf das Herz des Internets das gesamte Internet lahm gelegt.

Bleibt letztendlich die Frage, ob die Drohung ernst gemeint ist oder ob es sich - der genannte Termin 31. März wäre ein Hinweis - um einen verfrühten April-Scherz handelt. Auch Anonymous weiß, dass das Internet in vielen Ländern die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung ist, frei miteinander zu kommunizieren. Ein derartiger Angriff auf die freie Meinungsäußerung wäre eher untypisch für Anonymous.

Zuletzt erfolgte im Jahr 2007 ein großangelegter Angriff auf die Root-DNS-Server . Damals wurden 2 der insgesamt 13 Root-DNS-Server angegriffen. Zu spürbaren Problemen bei der Erreichbarkeit von Web-Servern und Internet-Diensten kam es damals aufgrund des Angriffs nicht, weil die restlichen Root-DNS-Server die Arbeit übernahmen.

Die Root-DNS-Server sind nicht zuletzt auch für die Verarbeitung riesiger Anfrage-Mengen konzipiert. Dadurch stellt sich die Frage, ob ein solcher Angriff auf alle Root-DNS-Server überhaupt mittels eine DOS-Attacke möglich ist. Theoretisch könnte eine große Mehrheit der Root-DNS-Server gleichzeitig ausfallen, ohne dass es die Internet-Surfer mitkriegen. Bei einem gleichzeitigen Ausfall aller Root-DNS-Server könnte zumindest das von Internet-Providern genutzte DNS-Caching zur Beschleunigung der DNS-Anfragen für eine Milderung der Probleme sorgen.

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