2181924

Opera: Jetzt mit eingebautem Adblocker

10.03.2016 | 13:40 Uhr |

Die neue Opera-Version bekommt einen Werbeblocker, die Ausnahmeliste ist allerdings lang.

Webseitenbetreiber sehen sie als größte Gefahr für ihre Werbeeinnahmen, Surfer als Notwehr: Adblocker wie Adblock, die Werbeanzeigen im Browser unterdrücken. Diese sind meist als Plug-ins für Safari, Firefox und Konsorten erhältlich, Opera hat sich nun als erster Browserhersteller dazu entschlossen, einen eigenen Werbeblocker zu integrieren. Als Standard ist er in der neuen Entwicklerversion von Oper zwar deaktiviert, über ein Symbol in der Programmleiste und die Voreinstellungen aber schnell eingeschaltet. Die Blockierung der Werbeanzeigen funktioniert zuverlässig, Grundlage sind Daten der Seite EasyList. Geblockt werden sowohl Anzeigen als auch Tracking-Dienste. Allerdings sind nicht alle Seiten kompatibel. So hat die Seite Focus.de bei aktiviertem Blocker ein Darstellungsproblem, Bild.de kann bei aktiviertem Werbeblocker nicht aufgerufen werden - wie von den Webseitenbetreibern erwünscht.

Über ein Ausklappmenü verwaltet man die Einstellungen des Werbeblockers.
Vergrößern Über ein Ausklappmenü verwaltet man die Einstellungen des Werbeblockers.

Die Seite ist, wie etwa 60 weitere Seiten, von der Block-Funktion bereits ausgenommen. Zu dieser Ausnahmeliste gehören offenbar Werbekunden von Opera, finanziert der Browserhersteller sich doch eigentlich selbst über die Einblendung von Werbung. Bereits auf der „Whitelist“ sind beispielsweise Amazon, Google, Facebook, Ebay , Otto.de und Booking.com. Löschen kann man diese Einträge nur einzeln, über die Menüleiste kann man Webseiten von der Werbeblockade ausnehmen.

Vor allem schnelleres Surfen verspricht Opera durch die neue Funktion. Der integrierte Werbeblocker sei zudem deutlich performanter als ein Browser mit Adblock-Erweiterung. Als Beweis blendet die Funktion per Ausklappfenster die Anzahl der Werbe-Elemente ein und lässt einen Performance-Test ablaufen. In einem kleinen Test vergleicht das Tool dabei die Ladezeit mit und ohne Werbung. Laut Speed-Test lädt sich beispielsweise Spiegel Online ohne Werbung um 63 Prozent schneller, die Homepage der FAZ dagegen um 47 Prozent flotter.  Die Angaben sind aber mit Vorsicht zu betrachten. Der Werbeanteil einer Seite kann sich schnell ändern und die Messung bleibt manchmal „hängen“. So messen wir unter anderem bei unserer Seite macwelt.de stark schwankende Ergebnisse.

Kommentar

Mit dem Werbeblocker wird sich Opera wenig Freunde unter seinen Werbekunden schaffen, was bei einem werbefinanzierten Browser überrascht. Selbst die umfangreiche Ausnahmeliste wird das nicht ändern, ist ein Eintrag doch schnell entfernt. Adblocker gibt es als Erweiterung zwar schon sehr lange, sogar einen iOS-Werbeblocker von Mozilla. Opera ist aber der erste Hersteller, der einen Adblocker integriert. Aktuell befindet sich das Unternehmen allerdings im Umbruch. Opera hat laut Web-stats.info nur noch einen Marktanteil von 1,8 Prozent, mit dem Browser Vivaldi gibt es eine Konkurrenzversion ehemaliger Mitarbeiter. Gleichzeitig soll ein Übernahmeangebot von einem chinesischen Investmentfonds vorliegen, was den Wunsch nach etwas Aufmerksamkeit erklären könnte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2181924