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Opera-Chef will Atlantik durchschwimmen

22.04.2005 | 10:21 Uhr |

"Ich schwimm mal eben in die USA" - so könnte sich der Chef von Opera von seinem Mitarbeitern in Norwegen verabschieden, wenn Opera 8 am Samstag zum einmillionsten Mal heruntergeladen wird. Zumindest hat er das in einem internen Firmentreffen gesagt.

Einen Werbegag der besonderen Art hat sich Jon S. von Tetzchner, der Chef der norwegischen Browserschmiede Opera Software ausgedacht. Er will angeblich von Norwegen in die USA schwimmen, wenn Opera 8 bis Samstag 9:00 Uhr MEZ mindestens eine Million Mal heruntergeladen wurde.

Das sagte von Tetzchner zumindest gestern auf einen internen Firmentreffen. Natürlich werde er sich einen Zwischenstopp gönnen: Auf Island wolle er eine Tasse heißer Schokolade im Haus seiner Mutter trinken. Jon S. von Tetzchner ist nämlich gebürtiger Isländer.

Der Grund für diese wohl nicht ganz ernst gemeinte Ankündigung: Bei Opera Software herrscht grenzenloser Jubel über den Ansturm auf Opera 8. Die Downloadserver der Norweger gingen bereits eine Stunde nach Freigabe des Downloads am Dienstag unter dem Ansturm der Operafans in die Knie. Die Operaseiten waren zeitweise nicht mehr zu erreichen, wie das Unternehmen verkündete.

Opera Software erweiterte daraufhin seine Serverkapazitäten. Daraufhin wurde Opera 8 600.000 Mal innerhalb von 48 Stunden heruntergeladen. Dieser Erfolg habe von Tetzchner so elektrisiert, dass er sein kühnes Versprechen abgab, das die Presseabteilung seines Unternehmens prompt veröffentlichte.

Bei Opera Software nimmt man die Ankündigung aber selbst nicht ganz ernst. Anne Stavnes, Human Resource Manager von Opera Software kommentierte von Tetzchners Plan folgendermaßen: "Nachdem ich Jon in seiner roten Badekleidung gesehen habe, bin ich mir nicht sicher, ob das Schwimmen in die USA furchterregender ist, als den Menschen seinen Anblick zuzumuten".

Der Countdown läuft also. Am Samstag um 9:00 Uhr fällt die Entscheidung. Am darauf folgenden Montag will Opera die Downloadzahl bekannt geben. Vielleicht hat von Tetzchner ja Glück, und der Zähler bleibt unter einer Million. Andernfalls muss er Farbe bekennen: War seine Ankündigung wirklich ernst gemeint (vielleicht schwimmt er ja in einer Badewanne auf einem Schiff in die USA?) oder wohl doch nur ein Scherz.

Opera Software hat derartige PR offensichtlich dringend nötig. Denn Firefox hat Opera schon seit langem als Alternative zum Internet Explorer deutlich hinter sich gelassen. Derzeit surfen rund 35 Prozent unserer Leser auf pcwelt.de mit dem Firefox vorbei. Etwas über 51 Prozent nutzen den Microsoft-Browser und nicht einmal drei Prozent Opera. Jon S. von Tetzchner hat also allen Grund, in den Badeanzug zu steigen...

Interview mit Opera-Gründer über Firefox, Microsoft und mehr (PC-WELT Online, 04.11.2004)

Opera 8 zum Download bereit (PC-WELT Online, 19.04.2005)

Opera: Aus 7.60 wird 8 – die Gründe (PC-WELT Online, 23.12.2004)

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