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Operas 1,2 Milliarden-Euro-Deal mit China geplatzt

18.07.2016 | 13:05 Uhr |

Der traditionsreiche Browser aus Norwegen sollte verkauft werden. Nun wird ein neuer Anlauf benötigt.

Opera fristet neben Google Chrome, Mozilla Firefox und Microsofts Internet Explorer ein Nischen-Dasein. Seit Version 15 verzichten die Norweger außerdem auf die Weiterentwicklung ihres eigenen Browser-Herzstücks und setzen stattdessen auf den Open-Source-Zweig von Chrome: Chromium. Dann hatte - unerwartet für die Öffentlichkeit - Opera Software ein Kaufangebot aus China bekommen. Ein Investmendfonds aus dem Reich der Mitte wollte 1,2 Milliarden Euro für die Übernahme zahlen. Unter Verweis auf eine Opera-Mitteilung berichtete der Spiegel, dass der Aufsichtsrat das Angebot bereits einstimmig angenommen habe.

Doch der Deal ist nun geplatzt. Vergeblich warteten die Verantwortlichen bei Opera auf die notwendige Zustimmung der zuständigen US- und China-Behörden. Welche der beiden Antworten aussteht, wollte man laut Reuters nicht kundtun. Statt dem 1,2-Milliarden-Euro-Deal ist aber bereits ein neuer Deal geplant – Umfang: 600 Millionen US-Dollar. Kunqi, ein Anbieter von Sicherheits- und Such-Technologie, wolle das Geld für bestimmte Teile von Opera aufbieten. Darin sei auch der Browser enthalten, sowohl die Desktop- als auch die Smartphone-Version. Nicht dabei: Operas Werbe- und Marketing-Geschäft, die TV-Unternehmungen und Spiele-Apps. Der neue Deal soll im dritten Quartal noch abgeschlossen werden. Auch er benötigt die Zustimmung der Behörden.

Opera existiert schon seit dem Jahr 1996. Aber erst Ende 2000 wurde der Browser kostenfrei verfügbar – solange der Nutzer dafür Extra-Werbung in Kauf nahm. Ab 2005 fiel auch diese Barriere und Opera war Freeware. Die frühen Versionen machten beispielsweise wegen der Tabs im Browser (andere Browser konnten das damals noch nicht) von sich reden und standen im Ruf, sehr schnell zu sein. Später kamen zahlreiche Funktionen hinzu, die dann schon von Haus auf im Browser integriert waren – und in jüngerer Vergangenheit wieder gestrichen wurden. Etwa ein eingebauter Mail-Client oder der Torrent-Client. Doch so sehr Opera sich auch bemühte – auf dem westlichen Markt konnte man keine breiten Nutzerschaften für sich gewinnen. Auf dem Smartphone-Markt sah es zunächst anders aus – doch auch hier erwiesen sich Safari, Chrome und Firefox als starke Konkurrenz.

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