OpenVPN

Sichere Datentunnel

Professionelle Anwender verbinden ihre Notebooks unterwegs sicher über virtuelle private Netze mit der Firma. Das Open-Source-Tool OpenVPN verspricht sichere Datenübertragungen auch bei der Einwahl per WLAN.

Von Marco Stipek

Wenn Sie sich etwa von unterwegs mit Ihrem Netzwerk im Büro verbinden wollen oder der WLAN-Technik nicht ganz trauen, dann schicken Sie Ihre Daten doch durch ein virtuelles privates Netzwerk (VPN). Mit VPNs sorgen Sie für Sicherheit bei Verbindungen von Computer und Netzwerken über unsichere Übertragungswege wie das Internet oder bei einer ungeschützten drahtlosen Verbindung. Die Daten werden dabei als verschlüsselte Pakete in Tunneln übertragen und sind damit vor fremden Blicken und Manipulation geschützt.

VPN ist eine Technik, die Computer und Netzwerke zu neuen virtuellen Netzwerken zusammenfasst. Im Gegensatz zu SSH, wobei Sie über eine geschützte Verbindung eine entfernte Konsole öffnen, schützt VPN verschiedene Arten von Verbindungen: egal mit welchem Programm Sie auf die Rechner im Netzwerk zugreifen, etwa mit dem Browser, einem Mailprogramm oder via Telnet-Remote-Konsole.

Sie können sich auch per SSH durch eine VPN-Verbindung auf einem entfernten Rechner einloggen, die Verschlüsselung ist dann doppelt. Einmal werden die Pakete über das SSH-Protokoll verschlüsselt und dann werden sie ein weiteres Mal verschlüsselt per VPN übertragen.

Die nötige Software

Auf dem Markt finden Sie reichlich Angebote an kommerzieller und freier Software für VPN-Verbindungen. Wir stellen Ihnen hier OpenVPN 2.1 für Linux vor. Es ist im Vergleich zu anderen VPN-Lösungen sehr einfach einzurichten, und Sie können damit sowohl Windows-, Linux- als auch Mac-OS-X-Notebooks und PCs in einem gemeinsamen virtuellen Netzwerk vereinigen. OpenVPN greift auf die bewährte Bibliothek OpenSSL zurück. Für virtuelle private Netzwerke gibt es uneinheitliche Standards, daher sind die verschiedenen Produkte nicht kompatibel. Das Prinzip ist jedoch bei allen ähnlich.

OpenVPN installieren

OpenVPN
© 2014

Bei gängigen Linux-Distributionen ist die Installation von OpenVPN ein Kinderspiel: Meist sind die notwendigen Pakete auf den Distributionsmedien enthalten, und Sie können sie einfach über die Paketverwaltung einspielen. Installieren Sie das OpenVPN-Paket auf allen Rechnern, die an das VPN angebunden werden sollen. Die erforderliche Kernel-Unterstützung für die virtuellen Netzwerkschnittstellen ("TAP-" und "TUN-Devices") liefern moderne Distributionen bereits in der Grundinstallation mit.

Gibt es für Ihre Distribution kein fertiges Paket, lesen Sie unter http://openvpn.net/install.html ausführlich, wie Sie OpenVPN für Ihr Linux kompilieren und installieren. Dort finden Sie auch Hinweise für die Installation unter Windows und MacOS X.

Ubuntu und Debian: Hier finden Sie in den Repositories ein Paket mit dem Namen "openvpn". Installieren Sie es entweder über Synaptic oder über eine Konsole mit dem Befehl

sudo apt-get install openvpn

OpenSuse: Öffnen Sie im Startmenü "Computer, Systemeinstellungen" (Yast), und wählen Sie "Software installieren oder löschen". Suchen Sie nach "openvpn", und markieren Sie das Kontrollkästchen vor dem gefundenen Paket. Installieren Sie das Paket mit "Anwenden". Nach erfolgreicher Installation können Sie OpenVPN sofort für Ihre VPN-Verbindungen einrichten.

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