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Open Source statt MP3

17.07.2000 | 21:07 Uhr |

Um Lizenzgebühren für die Übertragung von MP3-Files zu umgehen, hat eine Gruppe von Mitarbeitern des Online-Musik-Networks iCast das alternative Open-Source-Soundformat Vorbis entwickelt.

Um Lizenzgebühren für die Übertragung von MP3-Files zu umgehen, hat eine Gruppe von Mitarbeitern des Online-Musik-Networks iCast das alternative Open-Source-Soundformat Vorbis entwickelt.

Die Umwandlung von Musik in MP3-Dateien oder der Konsum von Online-Streams im MP3-Format ist für Internet-Nutzer kostenlos. Internet-Firmen, die MP3-basierte Services anbieten, müssen dagegen Lizenzgebühren für Streams und das Encoding von MP3-Musikstücken an das Fraunhofer Institut bezahlen, das als Entwickler der Technik auch die Rechte an dem beliebten Audioformat hält.

Mit der Open-Source-Alternative Vorbis sollen Online-Unternehmen künftig digitale Musik gebührenfrei im Internet anbieten können. Digitale Musik soll endlich von beiden Seiten offen sein - nicht nur der Vetrieb, auch die Technologie selbst muss offen zugänglich sein, erklärte Vorbis-Initiator Chris Montgomery das Projekt.

Informationen des US-Techzine Wired zufolge ist das Vorbis-Format bereits kompatibel mit den Playern Winamp, Sonique, Freeamp und XMMS und wird auch unterstützt von den gängigen Open-Source-Encodern LAME und BladeEnc. Die Entwicklung der Kompressionstechnik befindet sich derzeit aber noch im Beta-Stadium.

Das Fraunhofer Institut lizenziert seine MP3-Technologie derzeit an über 60 Unternehmen, darunter etwa RealNetworks oder eMusic.com. Für die Lizenz wird eine Jahresgebühr von 15.000 US-Dollar erhoben, Software-Unternehmen bezahlen 2,50 US-Dollar für jeden verkauften Encoder, Hardware-Hersteller 0,50 US-Dollar pro Decoder. (PC-WELT, 17.07.2000, jas)

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