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Open Source rechnet sich für Behörden

07.12.2006 | 12:23 Uhr |

Für Behörden scheint sich der Einsatz von Open-Source-Produkten auszuzahlen. Darauf deutet eine neue Studie des Fraunhofer Instituts Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hin.

Insgesamt 115 IT-Entscheider aus öffentlichen Einrichtungen standen in der Umfrage Rede und Antwort. Die Ergebnisse der 60-seitigen Studie "Open Source Software - Strukturwandel oder Strohfeuer?" sind frei zugänglich und belegen insbesondere, dass der Einsatz quelloffener Software zu erheblichen Einsparungen in den Behörden führt. Auch IT-Unternehmen profitieren von ihren OSS-Aktivitäten, so ein weiteres Ergebnis der Studie, die von IBM, Novell und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) in Auftrag gegeben wurde.

Knapp die Hälfte (47 Prozent) der 115 befragten öffentlichen Einrichtungen geht von Kostensenkungen von mehr als 50 Prozent durch den Einsatz von Open-Source-Software aus. Weitere 20 Prozent glauben an eine Kostensenkung von bis zu 25 Prozent. Für rund 59 Prozent ist die Umstellung auf OSS-basierende Anwendungen Teil einer mittel- oder langfristigen IT-Gesamtstrategie.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die öffentliche Hand treibende Kraft für den Einsatz von OSS-Lösungen ist: Anhaltende Veränderungen und Umstrukturierungen im Bereich der öffentlichen Einrichtungen würden auch in den nächsten Jahren zu entsprechenden IT-Projekten führen. Dies rechne sich, so die Autoren, auch für IT-Unternehmen, die Open Source als Dienstleistung oder Produkt anbieten.

Vor allen Dingen der Mittelstand profitiere von den Investitionen des öffentlichen Sektors: Rund 83 Prozent der OSS-Aufträge der öffentlichen Verwaltung gehen an kleine und mittlere, regionale Dienstleister. Services werden von diesen Unternehmen rund um die drei Themenbereiche Programmierung, Konfiguration oder Anpassung von OSS an kundenspezifische Bedürfnisse, die Unterstützung in der Einführungsphase sowie beim späteren Support angeboten, so ein Ergebnis der Studie.

Die beauftragten Firmen profitieren nicht nur finanziell von den Aufträgen, sondern auch entwicklungstechnisch. Laut Studie schätzen rund 71 Prozent der IT-Unternehmen, dass der Einsatz von OSS bei ihnen zu verwertbaren Produktinnovationen führt und 35 Prozent glauben sogar, dass sie ohne Open-Source-Aktivitäten nicht mehr überlebensfähig wären. (hv)

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