18074

Open Source-Anhänger "warnt" vor freier Software

25.10.2002 | 11:35 Uhr |

Adam Smith ist Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus. Dort vertritt er die Interessen der demokratischen Partei. Und offensichtlich auch die von Microsoft. Deshalb fügte er einem Schreiben an den Sicherheitsberater des US-Präsidenten einen nicht autorisierten Absatz hinzu, in dem er vor den Gefahren freier Software warnt. Peinlich: Der ursprüngliche Verfasser dieses Briefes ist ein Befürworter von Open Source.

Adam Smith ist Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus. Dort vertritt er die Interessen der demokratischen Partei. Und offensichtlich auch die von Microsoft. Deshalb fügte er einem Schreiben an den Sicherheitsberater des US-Präsidenten einen nicht autorisierten Absatz hinzu, in dem er vor den Gefahren freier Software warnt. Peinlich: Der ursprüngliche Verfasser dieses Briefes ist ein Befürworter von Open Source, wie die Nachrichten-Seite Seattle Post-Intelligencers berichtet.

Eine Gruppe von Abgeordneten beider Parteien wandte sich in dem Schreiben an Richard Clarke, den Sicherheitsberater für IT-Fragen im Weißen Haus. Die Verfasser wollten Clark dazu drängen, Verkaufs-Alternativen für staatlich finanzierte Software-Projekte zu suchen. In dem Brief wurde Open Source-Software nicht explizit erwähnt.

Bevor Demokrat Smith, ein Lobbyist von Microsoft, jedoch das Schreiben an seine Kollegen von der demokratischen Partei zur Unterschrift weitergab, fügte er einen Absatz hinzu, in dem er freie Software (also Open Source) als "problematisch" bezeichnet. Außerdem würde sie "Innovation und Sicherheit unterminieren". Von diesem Schritt informierte Smith jedoch nicht die ursprünglichen Verfasser des Briefes, zu denen der republikanische Abgeordnete Tom Davis gehört. Davis reagierte auf diesen eigenmächtigen und nicht autorisierten Zusatz ausgesprochen verärgert. Kein Wunder, schließlich ist Davis, der Vorsitzender des staatlichen Reform-Komittees für Technologie- und Beschaffungspolitik ist, ein Befürworter von Open Source.

Smith vertritt nicht ohne Grund engagiert die Interessen von Microsoft. Mitarbeiter der Redmonder Konzerns steuerten 22.900 US-Doller zur Wahlkampagne von Smith bei. So etwas verbindet. Der engagierte Microsoft-Lobbyist erntete für sein Verhalten einen Rüffel vom Vorsitzenden des Kongress-Ausschusses für Technologie.

Linux-Themen bei PC-WELT

0 Kommentare zu diesem Artikel
18074